Ärzte Zeitung online, 09.10.2017

Anlagen-Kolumne

Globaler Korb mit Aktien trägt auf lange Sicht

Von Gottfried Urban

Alle Zeichen stehen trotz Aktienhochs auf einen neuen Börsenboom, was nicht untypisch für die letzte Phase einer Börsenaufwärtsbewegung wäre. Trotz hoher Volatilität. Globale Aktienunternehmen verdienen im Verhältnis zum Aktienkurs aktuell etwa sechs bis zehn Prozent pro Jahr – Erträge, die mit Immobilienrenditen und Zinspapieren nicht erzielt werden können.

Umso erstaunlicher ist, dass im September der österreichische Staat erstmals eine hundertjährige Bundesanleihe mit zwei Prozent Jahresrendite begeben konnte. Das Angebot von einer Milliarde Euro traf auf eine Nachfrage von mehr als elf Milliarden Euro. Anleihen mit 50 Jahren Laufzeit sind in der Eurozone nichts Ungewöhnliches mehr. Schuldner wollen vor der großen Zinswende noch den günstigen Zins sichern. Jetzt in Langläufer zu investieren ist für Privatanleger aber riskant.

Die Kurse schwanken stark, der Inflationsausgleich ist wenig wahrscheinlich und die Rückzahlung in dreißig, fünfzig oder hundert Jahren ist auch bei aktuell erstklassiger Bonität ungewiss. Die Historie zeigt, dass sich selbst Gold kaum zum Langläufer eignet, es ist eher eine gute Versicherung gegen den großen Zusammenbruch. Die englische Notenbank stellt sehr gute Kapitalmarktdaten über mehrere hundert Jahre zur Verfügung. Gold verliert vielleicht über viele Jahre oder gar Jahrzehnte an Wert. Sofern die Historie auch künftig gilt, schafft Gold in einem 30-Jahreszyklus meist den Inflationsausgleich.

Aktien zeigten trotz Krisen und Kriege auch beim Kauf zu Höchstständen immer nach fünf bis maximal 15 Jahren eine positive Realrendite. Britische Aktien stiegen in 200 Jahren von einem Ausgangswert von einem Pfund auf über 10.000 Pfund (nach Inflation). Wer eine Anlage mit langfristig gesichertem Mehrwert zur Inflation sucht, der muss in einen globalen Aktienkorb investieren, Kursrückschläge inklusive.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Diabetikern wird der HbA1c-Wert nicht oft genug kontrolliert

Eigentlich sollten Ärzte mindestens zweimal im Jahr den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern bestimmen. Bei jedem vierten Patienten messen sie ihn aber nur einmal oder gar nicht. mehr »

SPD will "Ende der Zwei-Klassen-Medizin"

14:10 Nach der knappen Abstimmung pro GroKo-Verhandlung geht es nun darum, die auf dem SPD-Parteitag angesprochenen "Nachbesserungen" in den Koalitionsvertrag reinzuverhandeln. KBV und Hartmannbund reagieren skeptisch. mehr »

Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Altenpflegekräfte fehlen fast doppelt so oft wegen psychischer Erkrankungen wie andere Beschäftigte, heißt es im länderübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg. mehr »