Ärzte Zeitung online, 22.01.2018

Anlagenkolumne

Neues Jahr – neues Aktienglück?

Von Hanno Kühn

Was können wir 2018 vom Pharma- und Biotechnologiemarkt erwarten? Wird es ein renditestarkes Jahr für die Hersteller von Medikamenten? 2017 war, was die letzten Monate betrifft, teilweise nicht sonderlich erquicklich: Die Aktienkurse einiger Biotechnologieunternehmen tendierten gen Süden, weil sich nach Ansicht von Experten die Aussichten für 2018 verschlechtern sollten. Sind die Perspektiven im laufenden Jahr wirklich so düster?

Wie so oft, gibt es auch hier kein klares Ja oder Nein – es kommt darauf an. Bei einigen Unternehmen neigen sich die Patentlaufzeiten ihrer Blockbuster dem Ende zu. Für diejenigen unter ihnen, die keine Hoffnungsträger in der Pipeline oder bereits im Zulassungsprozess haben, könnte es 2018 in der Tat schwierig werden. Den anderen dürfte ein gutes Jahr bevorstehen.

Aufgrund vorliegender Studiendaten wird es 2018 voraussichtlich vor allem im Segment Onkologie sehr interessant: Die Zulassungsbehörden arbeiten hier inzwischen schneller.

Zudem müssen viele große Pharmahersteller ihre Pipeline neu füllen – das dürfte die Aktivitäten im Bereich Mergers & Acquisitions befeuern. Und die Refinanzierungskonditionen für Unternehmensanleihen sowie für Bankkredite sind günstig, die Finanzierung der Übernahmen also kein Problem.

Die soeben beschlossene Steuerreform in den USA könnte dem Übernahmekarussell zusätzlichen Schwung geben: Die jetzt so günstige Möglichkeit, ausländische Gelder in die USA zurückzuholen, unterstützt die Fantasie der Business-Development-Abteilungen der Pharmakonzerne zusätzlich.

Ein Wermutstropfen könnte die anhaltende Diskussion über die Medikamentenpreise sein. Das betrifft weniger die Hersteller innovativer Arzneimittel oder neu zugelassener Therapien, sondern eher die Unternehmen, die patentfreie Medikamente anbieten.

Dr. Hanno Kühn ist Chief Investment Officer der Deutschen Apotheker-und Ärztebank (apoBank).

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