Ärzte Zeitung online, 27.09.2019

Immobilien

WLAN sorgt für Rendite im Ferienhaus

Immer mehr Menschen verbringen die schönste Zeit des Jahres in Deutschland. Die Vermietung hiesiger Urlaubsdomizile beschert Kapitalanlegern im Schnitt inzwischen ansehnliche Nettorenditen.

Von Richard Haimann

NEU-ISENBURG. Jahr für Jahr verbringen immer mehr Urlauber die schönste Zeit des Jahres in deutschen Ferienhäusern. „2018 erzielten deren Vermieter ein durchschnittliches Buchungswachstum von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, sagt Aye Helsig, Vorsitzender des Deutschen Ferienhausverbands. „Die Angst vor Terroranschlägen und die unsichere politische Lage in Tourismusdestinationen wie der Türkei sorgen dafür, dass nicht nur immer mehr Deutsche, sondern auch Urlauber aus Skandinavien und den Benelux-Staaten hierzulande Ferien machen“, sagt Thomas Beyerle, Chefresearcher der Immobilienberatungsgesellschaft Catella.

Die steigende Nachfrage beschert Kapitalanlegern, die Urlaubsdomizile an Nord- und Ostsee, im deutschen Alpenraum oder in den Mittelgebirgen zur Vermietung erworben haben, attraktive Erträge. Das zeigt die jüngste Marktstudie zum europäischen Ferienimmobilienmarkt des Urlaubsdomizil-Vermittlers FeWo-Direkt und der Maklergesellschaft Engel & Völkers. Danach erzielten private Vermieter von Ferienimmobilien im vergangenen Jahr in Deutschland im Schnitt eine Nettorendite von 4,2 Prozent. Hingegen erreichten Kapitalanleger mit der Vermietung von Urlaubsdomizilen in anderen europäischen Ländern im Schnitt nur auf eine Nettorendite von drei Prozent.

Die Nettorendite spiegelt den Ertrag aus der Vermietung in Prozent des Kaufpreises der Immobilie inklusive der Erwerbsnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Maklercourtage sowie Grundbuch- und Notargebühren wider. Bei der Berechnung werden zudem vom Bruttomietertrag jährlich anfallende Fixkosten wie Grundsteuer und Instandhaltungsrücklagen abgezogen.

„Die steigende Nachfrage und die hohe durchschnittliche Auslastung der deutschen Urlaubsobjekte rechnen sich für deren Besitzer“, sagt Kai Enders, Vorstandsmitglied von Engel & Völkers. Im europäischen Vergleich waren der Studie zufolge 2018 Ferienunterkünfte im Schwarzwald mit einer durchschnittlichen Belegungsquote von 28 Wochen im Jahr Spitzenreiter, gefolgt von den deutschen Alpenregionen mit 27 Wochen und der Küstenregion mit 26 Wochen. „Hingegen waren Objekte auf der beliebtesten Urlaubsinsel der Deutschen, Mallorca, im Schnitt nur 20 Wochen durch Urlaubsgäste belegt“, sagt Enders.

„Ferienimmobilien in schneereichen Bergregionen lassen sich auch im Winter gut vermieten“, sagt Günter Vornholz, Professor für Immobilienökonomie an der EBZ Business School in Bochum. „Entscheidend für die Rendite ist jedoch nicht die Auslastung, sondern der über das Jahr hinweg erzielbare Mietertrag in Relation zum Kaufpreis.“ Mit Ferienimmobilien an der Küste könnten Kapitalanleger deshalb ebenso attraktive Renditen wie im Alpenraum erzielen, wenn sie diese in den Sommermonaten teurer vermieten könnten.

Besonders stark gefragt bei Urlaubern seien Objekte mit mindestens zwei Zimmern, sagt Ferienhaus-Verbandschef Helsig. Denn Eltern wollen die Nächte getrennt von ihren Kindern verbringen. „Im Schnitt buchten Urlauber 2018 ein Feriendomizil mit zwei Schlafzimmer und einer Wohnfläche von 69 Quadratmetern“, sagt Helsig. Die Auswertung von Suchanfragen auf den Internetportalen von Ferienhausvermittlern zeige, dass das Top-Kriterium bei der Auswahl ein WLAN-Anschluss sei. „Haustiere erlaubt“ sei das zweitwichtigste Filterkriterium. „Eine Ferienimmobilie sollte auf den Urlaub mit Hund zugeschnitten sein“, so Helsig.

Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts Skopos im Auftrag des Industrieverbands Heimtierbedarf ist die Zahl der in deutschen Haushalten lebenden Hunde allein von 2016 bis 2018 auf 9,2 Millionen Tiere gestiegen. „Hunde nehmen im Leben von immer mehr Menschen eine zunehmend wichtige Rolle ein“, sagt Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands. Ein Trend, von dem Kapitalanleger profitieren können, wenn sie ihre Ferienimmobilien auch an Hundehalter vermieten.

4,2% Nettorendite erzielten private Vermieter von Ferienimmobilien laut der jüngsten Marktstudie zum europäischen Ferienimmobilienmarkt des Urlaubsdomizil-Vermittlers FeWo-Direkt und der Maklergesellschaft Engel & Völkers im vergangenen Jahr in Deutschland im Schnitt.

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