Ärzte Zeitung, 23.01.2015

Selbstzahlerleistungen

IGeL bei Patienten hoch im Kurs

Individuelle Gesundheitsleistungen werden von Patienten gut angenommen. Das besagt zumindest eine Umfrage im Auftrag der TK. Ein Bundesland fällt allerdings aus dem Rahmen.

IGeL bei Patienten hoch im Kurs

Individuelle Gesundheitsleistungen werden von Patienten gut genutzt.

© Meddy Popcorn / fotolia.com

KÖLN. In Nordrhein-Westfalen sind die niedergelassenen Ärzte beim Angebot von IGeL überdurchschnittlich aktiv. Die Patienten sind bei der Inanspruchnahme von Leistungen, die nicht von den Kassen finanziert werden, dagegen zurückhaltender als anderswo.

Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) in NRW.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hatte im Auftrag der TK im Juni und Juli 2014 bundesweit bevölkerungsrepräsentativ 2001 Erwachsene zum Thema IGeL befragt.

Danach wurden in NRW 57 Prozent der Kassenpatienten von ihrem Arzt auf IGeL aufmerksam gemacht. Nach der Umfrage gab es nur in Baden-Württemberg mit 58 Prozent eine höhere Rate.

Die niedrigsten Quoten verzeichneten die Regionen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit 43 Prozent und Rheinland-Pfalz/Saarland mit 44 Prozent.

Mit 65 Prozent haben immerhin zwei Drittel der Versicherten in Nordrhein-Westfalen die IGeL-Angebote tatsächlich angenommen. Damit liegen sie allerdings am Ende der bundesweiten Skala.

Spitzenreiter sind in dieser Hinsicht die Versicherten in Bayern. Bei ihnen haben 87 Prozent der Befragten mindestens eine IGeL in Anspruch genommen. Im Bundesdurchschnitt sind es 74 Prozent bei den Männern und 76 Prozent bei den Frauen.

"Patienten sollten sorgfältig abwägen, ob IGeL-Behandlungen beziehungsweise Untersuchungen ihnen den gewünschten Nutzen bringen", empfiehlt Günter van Aalst, Leiter der TK-Landesvertretung NRW.

 Dafür sei eine gründliche Information sinnvoll. Diese ist allerdings nach wie vor die Ausnahme. Bundesweit haben nur 39 Prozent andere Quellen als das Arztgespräch genutzt, um sich über IGeL kundig zu machen.

Die wichtigste Quelle waren dabei spezielle Websites wie der "IGeL-Monitor". Die Versicherten im bevölkerungsreichsten Bundesland stehen bei der gezielten Informationssuche mit 36 Prozent am unteren Ende der Skala. (iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[23.01.2015, 11:13:00]
Berthold Semann 
"Hoch im Kurs" oder "notwendiges Übel"
Bei der Überschrift könnte man meinen, dass die Patienten fast begeistert zu den IGeL greifen. Aus den Zahlen lässt sich das allerdings nicht ableiten. Wahrscheinlich ist es eher so, dass die Patienten die IGeL als notwendiges Übel ansehen.  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Marathon geht Amateuren richtig ans Herz

Wer sich als Amateur an einen Marathon wagt, ist trotz regelmäßigen Trainings kardial gefährdet. Studienautoren geben einen Tipp, um das Herz nicht so stark zu belasten. mehr »

„Das ist keine Propagandaschlacht“

Einige Passagen im geplanten Termineservice- und Versorgungsgesetz stoßen Ärzten sauer auf. Im Interview erläutern die drei KBV-Vorstände, warum sie zuversichtlich sind, dass sich Änderungen noch durchsetzen lassen. mehr »

TK senkt Zusatzbeitrag – Barmer nicht

Nach und nach geben die Krankenkassen ihren Beitragssatz für 2019 bekannt - nun tat dies die Kassen-Schwergewichte TK und Barmer sowie zwei weitere AOKen. Es zeichnen sich sinkende Zusatzbeiträge ab, aber nicht bei jeder Kasse. mehr »