Ärzte Zeitung online, 07.02.2018

Medizinstudium

Landarzt-Stipendien in Bayern aufgestockt

Doppelt so viel Geld wie bisher können Medizinstudierende in Bayern künftig erhalten – wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

MÜNCHEN/ERLANGEN. Die Vergütung der Landarzt-Stipendien für Medizinstudierende in Bayern ist verdoppelt worden. Das hat das Gesundheitsministerium mitgeteilt. Jeden Monat können Studierende nun 600 Euro statt bisher 300 Euro erhalten. Die Änderung gilt seit dem 1. Februar 2018. Bisher sind 117 Studierende mit einem solchen Stipendium gefördert worden.

Die Stipendien gibt es seit dem Jahr 2012. Die Fördergelder sollen dazu beitragen, langfristig eine wohnortnahe Versorgung auf dem Land zu sichern. Studierende können sie bekommen, wenn sie sich verpflichten, nach Studienabschluss ihre Weiterbildung auf dem Land zu absolvieren. Zudem müssen sie zusagen, im Anschluss noch mindestens fünf Jahre im ländlichen Bereich als Ärzte tätig zu sein. Praxis oder Klinik, Allgemeinmedizin oder ein anderes Fach – all das kommt in Frage. Die Förderung ist im zweiten Studienabschnitt über bis zu vier Jahre möglich.

Seit 2015 gibt es für die Stipendiaten zusätzlich zur finanziellen Förderung auch ein jährliches Seminar. An diesem nehmen unter anderem Experten aus der medizinischen Praxis teil und diskutieren mit den künftigen Ärzten aktuelle Versorgungsthemen. Vergabe und Organisation laufen über die Bayerische Gesundheitsagentur am Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit (LGL) in Erlangen. Wie das Landesamt auf Anfrage mitteilte, sind 37 der bisherigen Stipendiaten inzwischen in fachärztlicher Weiterbildung.

Ende 2018 soll der Erste die Weiterbildung abschließen. Es hätten insgesamt schon 151 Stipendiaten statt 117 sein können, aber 34 haben sich umentschieden. Durch die höhere Summe möchte die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) nun noch mehr angehende Ärzte aufs Land lotsen. Studierende können bei der Gesundheitsagentur am LGL eine Förderung beantragen. Die neue Richtlinie gilt bis Ende 2020. (cmb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Der Transgender-Trend

Paradigmenwechsel? Transsexuelle lassen sich sogar selbstbewusst für den "Playboy" ablichten. Psychiater warnen aber vor einem Geschlechtsdysphorie-Hype unter Jugendlichen. mehr »

Deshalb gibt's immer mehr Parkinsonkranke

Die absolute Zahl der weltweiten Parkinsonkranken hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt. Forscher haben eine Vermutung, warum der Anstieg in manchen Ländern so stark ist. mehr »

Das Brexit-Brimborium

Unser Londoner Blogger Arndt Striegler hat alle Tests bestanden und ist nun britischer Staatsbürger. Doch auch als Passinhaber ist er sich sicher: Die Briten werden nach dem EU-Ausstieg nicht besser dastehen als vorher. mehr »