Ärzte Zeitung, 07.12.2009

Kinderherzzentrum in Hessen gegründet

FRANKFURT/MAIN (ava). Die Uniklinik Frankfurt hat gemeinsam mit den Unikliniken Gießen und Marburg das Hessische Kinderherzzentrum (HKHZ) ins Leben gerufen. Unter dem Dach des HKHZ werden zukünftig Kardiologieexperten der beiden Kliniken bei der Behandlung von Kindern mit angeborenen Herzfehlern und Herzkreislauferkrankungen zusammenarbeiten. "Wir wollen die jeweiligen Fachkompetenzen der Kinderkardiologie so vereinen, dass alle Patienten, ob im Umkreis Frankfurt oder Gießen, eine wohnortsnahe Optimalversorgung erhalten", erklärt Prof. Roland Hofstetter, Direktor der Pädiatrischen Kardiologie des Klinikums der Frankfurter J.W. Goethe Universität. 

Ebenso sollen Kinderkliniken, niedergelassene Kinderärzte und Kardiologen in die Organisationsstruktur integriert werden. "Wird beispielsweise ein kleiner Patient mit angeborenem Herzfehler aus einer Kinderklinik in Südhessen in die Rhein-Main-Metropole verlegt, so profitiert er am Frankfurter Standort des HKHZ bereits von der Fachkompetenz aller Herzspezialisten des Zentrums. Je nach Behandlungsbedarf und -spektrum entscheiden wir dann, ob weiterhin in Frankfurt oder in Gießen behandelt wird", erklärt Prof. Dr. Dietmar Schranz, Leiter der Kinderkardiologie des Universitätsklinikums Gießen und Marburg. 

In Gießen werden vor allem operative Eingriffe und Herztransplantationen vorgenommen, in Frankfurt beispielsweise die chronische Herzinsuffizienz behandelt und auf Basis der Erfahrungen der Kardiologie von Prof. Andreas Zeiher, Direktor der Medizinischen Klinik III, und Professor Stefanie Dimmeler, Leiterin des Instituts für kardiovaskuläre Regeneration am Zentrum für Molekulare Medizin, im Einzelfall auch bei Kindern eine Stammzellentherapie im Sinne eines Heilversuchs durchgeführt. Beide HKHZ-Standorte führen katheterinterventionelle Eingriffe durch und behandeln angeborene strukturelle Herzfehler, auch bei Erwachsenen. "Wir bilden im Rhein-Main-Gebiet ein Zentrum, das insbesondere im Bereich der interventionellen Therapie der Aortenklappenstenose Erwachsener große Expertise aufweisen kann", berichtet der Leitende Oberarzt der Kardiologie der Uniklinik Frankfurt, Dr. Stephan Fichtlscherer.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Von der Party in die Notaufnahme

Nach reichlichem Genuss von Energy-Drinks entwickelt ein junger Patient einen Infarkt. Die Diagnostik zeigt einen überraschenden Befund - und wirft zusätzlich Fragen auf. mehr »

Webbasierter Arzneiplan bindet Pflege ein

Der schnelle Austausch zwischen Ärzten, Pflegern und Apotheken kann die Qualität der Arzneitherapie um 25 Prozent verbessern. Das zeigt das Projekt InTherAKT aus Münster. mehr »

Kleine Blutungen sind kein Grund, die Antikoagulation abzusetzen

Unter oraler Antikoagulation haben Patienten häufig Nasenbluten und andere kleinere Blutungen. Bedenklich sind solche lästigen Zwischenfälle aber nicht, bestätigt eine Registerstudie. mehr »