Ärzte Zeitung, 11.01.2013

Spessart

Ärztenetz bremst Klinikexpansion

Dem Ärztenetz Spessart ist es gelungen, die Ausweitung der Main-Kinzig-Kliniken in die ambulante Versorgung zu begrenzen. Beide Seiten setzen auf Dialog.

Ärztenetz bremst Klinikexpansion

Die Bischofsstatuen an der Kirchtreppe der St.-Martins-Kirche: Bad Orb hat viel zu bieten.

© imago/imagebroker

BAD ORB. Viele Praxisärzte resignieren, wenn es darum geht, Kliniken im ambulanten Bereich in ihre Schranken zu verweisen. Gemeinsam ist das eher möglich, wie das Beispiel des Ärztenetz Spessart zeigt.

Der Zugang für Kliniken zur ambulanten Versorgung, die später das Versorgungsstrukturgesetz ermöglichen sollte, war im Jahr 2005 einer der Gründe für den Zusammenschluss von 35 niedergelassenen Haus- und Fachärzten zum Ärztenetz Spessart. 2009 erfolgte die Umfirmierung in eine eingetragene Genossenschaft.

"Wir wollten einen Gegenpol bilden", sagt Dr. Ulrich Dehmer vom Vorstand der Genossenschaft. Inzwischen sei es in "intensiven Gesprächen" gelungen, eine Ausweitung der Main-Kinzig-Kliniken in die ambulante Versorgung zu begrenzen.

Kooperation auf Augenhöhe

Die Kliniken gGmbH betreibt zwei Krankenhäuser in Gelnhausen und Schlüchtern mit insgesamt 1900 Mitarbeitern.

Das Unternehmen ist mit 18 Fachabteilungen und 700 Betten für die Versorgung von mehr als 200.000 Menschen im mittleren und östlichen Main-Kinzig-Kreis zuständig.

"Wir werden regelmäßig über die geplanten Aktivitäten der Kliniken im Vorfeld informiert", so Dehmer.

Frei werdende Sitze würden im ambulanten Bereich nur noch dann durch die beiden Medizinischen Versorgungszentren der Main-Kinzig-Kliniken übernommen, wenn sich kein niedergelassener Kollege finde. Dehmer ist zudem im Aufsichtsrat der Main-Kinzig-Kliniken GmbH vertreten.

"Dadurch ist eine gewisse Kontrollfunktion gegeben." Ärzte aus dem MVZ können wiederum auch Mitglieder der Genossenschaft werden.

"Unser Ziel ist, die wohnortnahe Versorgung in der Region zu erhalten und zu optimieren", sagt Dehmer.

Ohne die fachärztlichen Kollegen in den MVZ sei eine wirksame ambulante ärztliche Tätigkeit nicht mehr möglich: "Es ist sinnvoll, diesen Weg der Kooperation auf Augenhöhe fortzusetzen." (ine)

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