Ärzte Zeitung, 23.07.2013

Die Börse ruft

Kliniken im Umbruch

Kommunale und freigemeinnützige Häuser werden bald am Tropf börsennotierter Klinikketten hängen, sagt eine Studie.

Von Matthias Wallenfels

klinikboden-A.jpg

Moderner Flur: Manche Kliniken hinken aber hinterher.

© Sergio Castelli / shutterstock

BÜTTELBORN. Kommunale und freigemeinnützige Krankenhäuser hinken ihren privaten Konkurrenten in Sachen Modernität stark hinterher. Einen Investitionsstau von rund 40 Milliarden Euro hat jetzt das Unternehmen HPS Research ermittelt.

Wie es im aktuellen, halbjährlich erscheinenden HPS-Gesundheitsreport heißt, ergebe sich die Summe unter der Prämisse, dass die privaten Klinikbetreiber nicht überinvestiert sind.

Der Nachholbedarf konzentriere sich auf die Betriebs- und Geschäftsausstattung - und damit wesentlich das medizintechnische Equipment der Kliniken. Die Erhebung wurde aus den Daten der veröffentlichten Jahresabschlüsse entnommen, heißt es.

Die Bereitschaft der Träger zur Investitionsfinanzierung werde über den Fortbestand der kommunalen und freigemeinnützigen Krankenhäuser in Deutschland entscheiden, schlussfolgert HPS Research. Angesichts fehlender Erträge bedeute das in vielen Fällen das Ende der jeweiligen Kliniken.

Um das Überleben vor allem der kommunalen Krankenhäuser auch ohne Fördermittel langfristig zu sichern, seien in den betroffenen Kliniken deutliche operative Verbesserungen nötig.

Wie der Report spekuliert, wird die Hoffnung klammer kommunaler oder freigemeinnütziger Krankenhäuser in den nächsten Jahren verstärkt auf Übernahmen durch private Wettbewerber liegen müssen.

Es sei davon auszugehen, dass die Finanzierungsalternative über die Börse - auch indirekt unter dem Dach einer börsennotierten Mutter - auf längere Sicht erhebliches Potenzial besitze. Der Marktanteil börsenrelevanter Häuser am Gesamt-Branchenumsatz werde somit mangels Finanzierungsalternativen steigen, so HPS.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Schwarzmalen nach Zahlen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »