Ärzte Zeitung, 17.08.2016
 

Schleswig-Holstein

Klinik-Umbau in Brunsbüttel gestartet

Das Westküstenklinikum Brunsbüttel will niedergelassene und Klinikärzte enger zusammenbringen.

BRUNSBÜTTEL. Der rund 18 Millionen Euro teure Umbau des Westküstenklinikums (WKK) Brunsbüttel startet. 2018 soll die Klinik zu einem Integrierten Versorgungszentrum (IVZ) umgebaut sein - und niedergelassene Ärzte und Klinik sollen deutlich enger als heute zusammenarbeiten.

Die Kooperation unter einem Dach soll unter anderem dazu führen, dass niedergelassene und Klinikärzte Geräte gemeinsam nutzen. Mindestens drei Etagen des künftigen IVZ hat WKK-Geschäftsführerin Dr. Anke Lasserre für die niedergelassenen Ärzte im IVZ vorgesehen. Ein Teil der Fläche wird an die schon heute im Haus ambulant praktizierenden Ärzte gehen. Neue Ärzte könnten über zusätzliche Kassenarztsitze in die ambulante Versorgung der Dithmarscher Region kommen. In einem Kooperationsvertrag mit der KV Schleswig-Holstein sind fünf neue Kassenarztsitze vorgesehen, damit die Versorgung vor Ort verbessert wird, unter anderem in der Kardiologie, Neurologie, Chirurgie und Radiologie.

Für die Kooperation nimmt Lasserre unter niedergelassenen Ärzten der Region zwar hohes Interesse wahr. In den derzeit laufenden Gesprächen sei man aber "noch nicht weiter", wie die WKK-Geschäftsführerin einräumte. Sollte keine Einigung gelingen, könnten auch derzeit im WKK angestellte Ärzte die Sitze übernehmen. Denkbar seien hier alle Modelle auch mit geteilter Tätigkeit in Klinik und Praxis. "Wir wollen die Vielfalt zulassen", sagte Lasserre.

Fest steht, dass das IVZ mit Unterstützung der Landesregierung das bisherige WKK ablösen wird. Notfallversorgung sowie Grund- und Regelversorgung soll das IVZ rund um die Uhr aufrechterhalten. Es entsteht eine neue interdisziplinäre Notaufnahme, die um eine Intermediate Care Station ergänzt wird. Neben den geplanten Facharztpraxen werden auch Therapeuten und die von der KV Schleswig-Holstein betriebene Anlaufpraxis in das IVZ einbezogen.Wie groß die Hoffnungen im Norden auf ein Vorzeigeprojekt zur integrierten Versorgung sind, zeigt die Höhe der öffentlichen Förderung. Die Landesregierung hat aus Mitteln von zwei Sonderprogrammen 9,4 Millionen Euro beigesteuert. Auch Krankenkassen beteiligen sich, das WKK selbst investiert 4,7 Millionen Euro. (di)

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