Ärzte Zeitung, 18.11.2016

Berlin

Vivantes hat Psychiatrie neu strukturiert

Klinikkonzern Vivantes hat seine psychiatrischen Kliniken neu organisiert. Vor allem das Thema Sucht stand dabei im Blick.

BERLIN. Alles neu in der Psychiatrie macht das kommunale Berliner Klinikunternehmen Vivantes im Norden der Hauptstadt. Die psychiatrischen Versorgungsangebote an den beiden Vivantes-Häusern Humboldt-Klinikum und Spandau sind völlig neu strukturiert worden. Zudem wurden drei Chefarztstellen mit langjährigen Vivantes-Ärzten neu besetzt.

Dr. Jutta Hensel leitet in Spandau die neue Klinik für Suchtmedizin. Dr. Udo Gersch steht der suchtmedizinischen Klinik im Humboldt-Klinikum vor, die auch das Thema Sucht im Alter abdeckt. "Gerade ältere Patienten führt die Einnahme von sogenannten Benzodiazepinen und Hypnotika mitunter in die Abhängigkeit. Hier wollen wir mit unserem Schwerpunkt Lösungswege aufzeigen", so Gersch.

Chefarzt der neuen Klinik für Gerontopsychiatrie mit Memory Clinic in Spandau ist Dr. Timo Pauli. Er zeigt sich erfreut, dass die Gerontopsychiatrie eine eigene Klinik geworden ist, die von der Früherkennung und Erstabklärung bis hin zu weit fortgeschrittenen Erkrankungen und deren Komplikationen alles leisten soll.

Seit Anfang November gibt es zudem ein neues suchtmedizinisches Angebot am Vivantes Zentrum für Seelische Frauengesundheit am Humboldt-Klinikum. "Alkoholmissbrauch galt lange eher als Männer-Problem. Deswegen richteten sich Behandlungskonzepte bisher auch eher an "männlichen" Behandlungsbedürfnissen aus", so die dortige Chefärztin Professor Stephanie Krüger. Seit der Gründung des Zentrums ist die Zahl der Suchtpatientinnen laut Vivantes um rund 40 Prozent gestiegen. Ärztliche und psychologische Sprechstunden für Frauen mit Alkohol- und/oder Medikamentenabhängigkeit sollen dieser Entwicklung Rechnung tragen.

Die gesamten psychiatrischen Kliniken der beiden Häuser stehen unter der Leitung von Professor Peter Bräunig. Er leitet zudem das etablierte Zentrum für affektive Störungen am Humboldt-Klinikum. Dort gibt es außerdem ein Zentrum für transkulturelle Psychiatrie. (ami)

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