Ärzte Zeitung online, 17.11.2017

Antibiotika

Datenbanken zu Verbrauch und Resistenzen

BERLIN. Das Robert Koch-Institut will ab 18. November seine Online-Datenbank zum Antibiotikaverbrauch in deutschen Kliniken freischalten (https://avs.rki.de). Dann könnten Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen ihren Antibiotikaverbrauch mit bundesweiten Referenzdaten abgleichen, ohne sich im System extra anmelden zu müssen. Zusätzlich gebe es umfangreichere Abfragemöglichkeiten in einem weiterhin passwortgeschützten Bereich erklärte eine RKI-Sprecherin. Die Datenbank laufe seit 2015 im Routinebetrieb, heißt es, mehr als 300 Krankenhäuser und Rehakliniken hätten sich bisher angemeldet, 190 Einrichtungen lieferten Daten.

Neben der Verbrauchskontrolle ("Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance") führt das RKI auch eine Resistenz-Beobachtung, spezifiziert nach Erregertypen durch. Anhand derer könnten Kliniken und niedergelassene Ärzte "die Resistenzentwicklung verfolgen und ihre Verordnung anpassen", meldet das Institut (https://ars.rki.de). Regional sind die Resistenz-Daten grob nach fünf Himmelsrichtungen gegliedert (Nordost, Nordwest, Südost, Südwest und West).

Unterdessen wurde nach Mitteilung des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (vfa) jetzt in Berlin auf Initiative der Bundesregierung ein Zentrum gegründet, das akademische und industrielle Antibiotika-Neuentwicklungen koordinieren und fördern soll ("Global Collaboration Hub on Research and Development on Antimicrobial Resistance"). (cw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wenn Kokain auf Brust und Herz schlägt

Down nach dem High: Ein junger Mann kommt mit Brustschmerzen in die Notaufnahme, er hat am Tag zuvor Kokain konsumiert. Die Diagnostik ergibt einen überraschenden Befund. mehr »

Immer mehr BU-Fälle durch die Psyche

Der lange Arm der Leistungsgesellschaft oder einfach bessere Diagnose? Eine sprunghaft steigende Anzahl von Arbeitnehmern scheidet wegen psychischer Probleme vorzeitig aus dem Berufsleben aus. mehr »

Fehlerquelle Entlassbriefe

Unbekannte Abkürzungen und Therapieempfehlungen, die nicht zum Befund passen: Eine Umfrage unter Hausärzten deckt Verbesserungspotenzial in Entlassbriefen auf. mehr »