Ärzte Zeitung online, 20.05.2014

Kommentar

Google behält den Überblick

Von Christine Starostzik

Verknappung erhöht die Spannung und fördert den Konsum. Am 15. April bot Google für einen begrenzten Zeitraum die Datenbrille "Glass" im Vorverkauf an. US-Bürger hatten die Möglichkeit, die Brille für 1500 Dollar zu bestellen.

Diesen frühen Vögeln weit voraus waren allerdings neben der New Yorker Polizei und anderen auch einige amerikanische Kinderchirurgen. Sie haben die Google-Brille schon seit Februar letzten Jahres im OP getestet.

Nicht wenige waren begeistert, insgesamt wurde die drahtlose Onlinequelle für potenziell nützlich befunden, wenn auch mit etlichen spezifischen Verbesserungsvorschlägen. Einer der wichtigsten Punkte auf der Bedenkenseite war die Sicherheit der Patientendaten, die auf einem Server landen, von dem niemand weiß, wer sich da sonst noch tummelt.

Abgesehen davon - falls sich "Glass", wie zu befürchten, seuchenartig ausbreitet, werden wir alle bald mehr in der Öffentlichkeit stehen, als dies vielleicht dem einen oder anderen lieb ist. Denn schon die Basisausrüstung mit Kamera- und Fotofunktion sorgt dafür, dass vor unbemerkter Dokumentation nichts und niemand mehr sicher ist.

Persönlichkeits- und Urheberrechte werden dann Lachnummern von gestern sein. In den USA haben die ersten Bars bereits ein Google-Glass-Verbot erlassen.

Lesen Sie dazu auch:
Erfahrungsbericht: Operieren mit der Google-Brille

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Neuropathie-Test 2.0 – Handy-Vibration ersetzt Stimmgabel

Es genügt ein Handy mit Vibrationsfunktion: An den Fuß eines Diabetespatienten gehalten, zeigt es Forschern zuverlässig an, ob dieser an einer peripheren Neuropathie leidet. mehr »

Pflegerat fordert 50.000 Stellen für die Krankenhäuser

Was hat die Pflegepolitik bewirkt? Die Meinungen sind gespalten: Gesundheitsminister Gröhe lobt die Erfolge der Koalition in der Pflegepolitik. Der Pflegerat hält dagegen. mehr »

Die Therapiekünste eines Kung-Fu-Meisters

Ein Kampfsportler stößt mit seinem Gesundheitskonzept bei Medizinern auf Interesse. Ein Arzt ist sogar geneigt, von einem Wunder nach der Therapie durch Chu Tan Cuong zu sprechen. mehr »