Ärzte Zeitung, 05.05.2015

Assistenzsysteme

Sinnvolle Helfer in Haus und Pflege

Lösungen im Bereich Ambient-Assisted-Living können Senioren und Pflegepersonal entlasten.

FRANKFURT/MAIN. Raumkonzepte, die mit farbig abgesetzten Boden- und Wandflächen Demenzpatienten in den eigenen vier Wänden oder stationären Einrichtungen die Orientierung erleichtern, ein Pflegebett, das über die gängige elektrische Verstellbarkeit hinaus eine laterale Schwenkung ausführen kann und damit signifikant beim Drehen von Patienten unterstützt oder sensorbasierte Assistenzsysteme, die als integrierte Helfer ohne aktives Betätigen eines Notrufknopfes Warnungen ausgeben, wenn der Herd über längere Zeit ungenutzt eingeschaltet ist oder eine Notsituation eintritt, sind Beispiele für Ambient-Assisted-Living (AAL).

Diese Lösungen sollen im Zuge des demografischen Wandels künftig Menschen helfen, länger zu Hause wohnen bleiben zu können oder die Pflege zu erleichtern.

Vor Kurzem bot die Fachmesse "Zukunft Lebensräume" in Verbindung mit dem AAL-Kongress des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) in Frankfurt eine Plattform für Anbieter und Entwickler. 976 Messe- und Kongressbesucher sowie 55 Aussteller waren laut Deutscher Messe und VDE zu der Veranstaltung gekommen.

"Wir wollen vor allem mittelständische Unternehmen dabei unterstützen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln", sagte Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, zu Kongressbeginn.

Kooperationen zwischen Dienstleistern der Informations- und Kommunikationstechnologien mit Medizintechnikunternehmen und der Wohnungswirtschaft seien dabei wichtig, betonte die frühere Bundesjustizministerin. "Letztlich brauchen wir für den Markterfolg auch das Vertrauen der Verbraucher in diese Technologien", mahnte Zypries an.

Aus Sicht des VDE richtungsweisend sind in puncto AAL und Demografie Konzepte und Technologien, die Gesundheit, Selbstständigkeit und Komfort im demografischen Wandel fördern - also den Menschen in den Fokus stellen.

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienwirtschaft sieht für eine rasche Erfolgsgeschichte von AAL-Lösungen im häuslichen Umfeld und Pflegealltag auch die Politik in der Pflicht. "Wir brauchen dringend mehr Engagement für den altersgerechten Umbau von Wohnungen", plädierte GdW-Präsident Axel Gedaschko.

"Zusammen mit einem ausreichenden Dienstleistungs- und Infrastrukturangebot ist dies die Voraussetzung für ein selbstständiges und langes Leben in vertrauter Umgebung", so Gedaschko weiter. (maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Hausarztverträge im Visier des BVA

Das Bundesversicherungsamt duldet Chronikerpauschalen in bisheriger Form nicht mehr. Bis Ende August müssen Kassen Verträge anpassen. Hausärzte-Chef Weigeldt ist vergrätzt. mehr »

Reiseimpfungen – Welcher Schutz ist nötig?

Egal, wohin die Reise geht, die Basisimpfungen sollten vorhanden sein. Doch auch 2018 gibt es für einige Länder spezielle Empfehlungen. mehr »

IQWiG hinterfragt Darmkrebs-Screening

Der aktuelle Rapid Report des IQWiG kommt ebenso wie der Abschlussbericht von 2013 zu dem Fazit: Der Nutzen des Screenings bei unter 55-Jährigen mit einem familiären Risiko für Darmkrebs ist unklar. mehr »