Ärzte Zeitung, 26.02.2013
 

Hessen

Netzärzte schieben Weiterbildung an

Der hessische Pakt zur Sicherstellung der Versorgung auf dem Land bekommt neuen Schub. Auf Initiative von Ärzten des Gesundheitsnetzes Nordhessen wird ein weiterer regionaler Weiterbildungsverbund für den Nachwuchs in der Allgemeinmedizin gestartet.

Von Sabine Schiner

Netzärzte schieben Weiterbildung an

Ärztlicher Nachwuchs ist heftig umworben: Weiterbildungsverbünde sollen die Allgemeinmedizin für junge Mediziner attraktiv machen.

© blickwinkel / imago

KASSEL. Das Gesundheitsnetz Nordhessen (GNN) will bis Jahresende regionale Weiterbildungsverbünde starten und damit die Zusammenarbeit zwischen Kliniken und niedergelassenen Ärzten verbessern. Die Netzärzte stehen bereits mit mehreren Kliniken in Verhandlung.

"Wir sehen uns als Koordinatoren", sagt der Allgemeinmediziner Dr. Klaus Meyer aus Kassel, der die Projektleitung übernommen hat.

Das GNN arbeitet eng mit der Koordinierungsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung und den Kompetenzzentren der Institute für Allgemeinmedizin an den Universitäten in Marburg und Frankfurt/Main zusammen.

Ziel ist, die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin attraktiver zu machen und eine "Ausbildung aus einem Guss" anzubieten.

Die Verbünde sollen aber auch den kollegialen Austausch zwischen Kliniken und Praxen stärken. "Dadurch verbessert sich dann auch die Qualität der Patientenversorgung", so Meyer.

Schwerpunkt liegt in Kassel

Im Zuge des Hessischen Paktes zur Sicherstellung der Versorgung im ländlichen Raum sind seit 2012 landesweit mehrere Verbünde gestartet worden, um junge Mediziner für eine Tätigkeit in der hausärztlichen Versorgung zu motivieren.

"Im Unterschied zu anderen hessischen Regionen wie dem Lahn-Dill-Kreis, im Vogelsberg oder in Hersfeld-Rothenburg geht unsere Initiative von den niedergelassenen Netzärzten selbst aus", sagt die Kasseler Projektmanagerin Christine Becker.

Bislang haben mehr als 40 weiterbildungsberechtigte Fachärzte in Kassel und dem Landkreis ihr Interesse an einer Mitarbeit in den Verbünden signalisiert.

Auftaktseminar am 22. März

Das GNN steht in Verhandlungen mit dem Marien- und Roten-Kreuz-Krankenhaus sowie der Gesundheit Nordhessen Holding.

"Mit der Holding wären nicht nur das Klinikum Kassel, sondern auch drei weitere Kliniken im Landkreis eingebunden", sagt Christine Becker.

Konkrete Planungen, um etwa die Qualität der Weiterbildung in den Praxen mit Hilfe von Fortbildungen zu verbessern, gibt es auch.

Das Auftaktseminar zur Verbundweiterbildung ist auf den Kasseler Gesundheitstagen am 22. März. Dort sollen dann auch erste verbindliche Verträge präsentiert werden.

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