Ärzte Zeitung, 13.02.2012

Soziale Netze: Wenig Vertrauen in Datenschutz

BERLIN (dpa). Internetnutzer in Deutschland haben wenig Vertrauen in den Umgang von Online-Netzwerken mit ihren Informationen.

Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov unter 1076 Internetnutzern im Auftrag der Internet-Agentur Youcom. Trotzdem lesen sie ungern die Datenschutzbestimmungen.

58 Prozent sagten, sie glaubten nicht, dass Google, Facebook und andere verantwortungsvoll mit ihren persönlichen Daten umgingen. Aber nur 25 Prozent hatten die Datenschutzbestimmungen gelesen, 33 Prozent nicht.

Positiv beantworteten die Frage nach dem Vertrauen in die Dienste immerhin 12 Prozent jener Nutzer, die die Regeln gelesen hatten.

9 Prozent zeigten sich davon ohne Blick in die Datenschutzbestimmungen überzeugt. 15 Prozent der Befragten hatten dazu keine Meinung, 6 Prozent erklärten, das Thema betreffe sie nicht.

Wenig Interesse an den Bestimmungen

Zugleich halten Zweifel und die Kritik in Medien die Menschen nicht davon ab, die Dienste zu nutzen. Einen Beleg dafür lieferte in der Umfrage die aktuelle Situation um Google.

Der Internet-Konzern ändert seine Datenschutz-Regeln und wird vom 1. März an Informationen aus allen seinen Diensten gesammelt auswerten.

Knapp zwei Drittel (65 Prozent) gaben an, sie hätten die neuen Datenschutzbestimmungen nicht gelesen, würden Google aber weiter nutzen. Weitere 26 Prozent haben sich informiert und wollen die Dienste des Internet-Riesen weiter verwenden.

"Meist sehen die Nutzer keine Alternativen. Also bleiben sie bei den Marktdominierenden, die man eh schon kennt", kommentierte Youcom-Geschäftsführer Manuel Mattern die Zahlen am Montag.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Blick ins Gehirn offenbart beste Therapie-Option

Einige Depressive sprechen besser auf Verhaltenstherapien an, andere auf Antidepressiva. Ein Blick ins Hirn per fMRT zeigt, welcher Ansatz den meisten Erfolg verspricht. mehr »

Ein steiniger Weg nach Deutschland

Ob geflohen vor Krieg oder eingewandert aus anderen Teilen der Welt: Wer als ausländischer Arzt in einer deutschen Klinik oder Praxis arbeiten will, muss Ausdauer haben – und gutes Deutsch können. mehr »

Milliarden für die Versicherten – Kassen bleiben skeptisch

Erster Aufschlag des neuen Gesundheitsministers: Jens Spahn will gesetzlich Versicherte per Gesetz entlasten. Aus Richtung Kassen weht scharfer Gegenwind. mehr »