Ärzte Zeitung, 11.04.2013
 

Online-Services

Noch kein stürmisches Interesse

Noch kein stürmisches Interesse

Die Hersteller von Praxis-IT-Systemen bieten seit einiger Zeit verstärkt Online-Services an. Vor allem Facharztpraxen nutzen die Angebote, wie auf der conhIT zu hören war.

BERLIN. Mehrere Praxis-IT-Anbieter haben in letzter Zeit ihr Portfolio um Online-Services ausgebaut. Speziell die Online-Terminbuchung wird zunehmend angeboten.

Bei der conhIT in Berlin berichteten einige Hersteller von ihren Erfahrungen. So nutzten derzeit etwa 2000 Ärzte mit CompuGroup-Systemen die vor einem Jahr eingeführten CompuGroup eServices, berichtete Dr. Carsten Haeckel, Vorstandsmitglied bei der CompuGroup Deutschland AG.

Gemessen an der Zahl der CompuGroup-Systeme liegt man damit noch im einstelligen Prozentbereich. Von skandinavischen Verhältnissen, wo teilweise einhundert Prozent der niedergelassenen Ärzte Online-Services anböten, sei man in Deutschland noch weit entfernt, so Haeckel.

Auch bei medatixx, der Nummer zwei im Praxis-IT-Markt, registriert man zwar ein wachsendes, aber noch nicht stürmisches Interesse an der vor einigen Monaten in Zusammenarbeit mit dem Berliner Anbieter Samedi eingeführten Online-Terminbuchung x.time.

Die x.time-Lösung bietet nicht nur den Patienten, sondern auch den ärztlichen Kollegen die Möglichkeit einer Terminbuchung.

Finanzielle Anreize könnten helfen

Am größten sei das Interesse bei spezialisierten internistischen Facharztpraxen und bei Gynäkologen. Hinsichtlich des Nutzungsverhaltens zeigen sich hier Unterschiede zwischen den Disziplinen.

Während viele Gynäkologen ganz bestimmte Angebote, etwa Vorsorgeuntersuchungen, für die gezielte Online-Buchung durch Patienten freigeben, ist die Nutzung bei den spezialisierten Internisten anders.

"Hier werden bisher drei von vier Terminen nicht von den Patienten, sondern von den hausärztlichen Kollegen eingebucht", berichtete medatixx-Geschäftsführer Jens Naumann.

Über etwas mehr politische Unterstützung würden sich jedenfalls alle Anbieter freuen. Helfen könnten beispielsweise finanzielle Anreizsysteme, wie sie in den Vereinigten Staaten geschaffen wurden.

Einige Ärzte fragen sich in ohnehin überfüllten Praxen, warum sie Online-Buchungen anbieten und dafür bezahlen sollen.

Auch für die technisch im Prinzip problemlos mögliche Übertragung der selbst erhobenen Vitalparameter ins Praxis-System fehlt bisher die Nachfrage. (gvg)

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