Ärzte Zeitung online, 01.10.2018

Mehr Zeit

Spahn verlängert Frist zur TI-Anbindung

Gesundheitsminister Spahn bewilligt eine Fristverlängerung zur TI-Anbindung. Doch Achtung: Bestellt werden muss die Erstausstattung bis Ende 2018.

BERLIN. Die Petition zur Fristverlängerung der Praxis-Anbindung an die Telematikinfrastruktur hat sich erledigt: Gesundheitsminister Jens Spahn hat den niedergelassenen Ärzten weitere sechs Monate bis zum flächendeckenden Konnektoreinsatz zugesagt. Die am Wochenende von der Deutschen Presseagentur gemeldete Fristverlängerung sei offiziell, bestätigte auf Anfrage zu Wochenbeginn das Bundesgesundheitsministerium. Die Fristverlängerung werde über einen Änderungsantrag zum Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz (PpSG) auf den Weg gebracht.

Nachdem die Frist zur TI-Anbindung schon einmal um sechs Monate verlängert wurde, sollten die Praxen zu Anfang 2019 fit für das Stammdatenmanagement per Datenautobahn sein. Allerdings konnten die EDV-Anbieter nicht Schritt halten, Ende Juli hatten erst zwei Konnektoren (von Compugroup und Telekom) die TI-Zulassung der gematik erhalten.

"Dass es länger dauert, haben nicht die Ärzte zu verschulden, sondern Lieferengpässe der Industrie", so Jens Spahn. Gleichzeitig betont der Minister, die Fristverlängerung gelte nur für den faktischen Anschluss und den Start des Stammdatenmanagements. Aber: "Es bleibt dabei, dass die Praxisinhaber bis Jahresende einen Anschluss bestellt und den Vertrag unterzeichnet haben müssen".

Nachdem aus der Ärzteschaft Forderungen nach einer weiteren Fristverlängerung zuletzt immer lauter wurden, hatte die Vorsitzende der KBV-Vertreterversammlung Dr. Petra Reis-Berkowicz eine entsprechende Petition an den Bundestag gestartet. Demnach wären bis 16. Oktober 50.000 Unterschriften erforderlich gewesen, damit sich der Petitionsausschuss mit der Sache befasst. Stand Ende September haben laut Bundestag knapp 12.000 Leute die Online-Eingabe unterzeichnet. (cw)

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[10.10.2018, 10:11:59]
2 Joachim Wewerka 
TI-Anbindung
Was bin ich froh, daß ich zum
Jahresende nach 36 Berufsjahren als Hausarzt in den Ruhestand gehen kann!
In den letzten Jahren wurde es
zunehmend unerträglich, in welchem Ausmaß Politik und Kassen die GG garantierte
freie Berufsausübung eingeschränkt haben. Wer zugleich um HÄ wirbt und sie dann wg.angeblich überhöhter
Besuchsfrequenzen ( 23,00 €/20 min !) per W-Prüfung bestraft, darf sich über zunehmende Berufsunlust nicht wundern! zum Beitrag »
[03.10.2018, 12:46:43]
Dr. Bernhard Fries 
Man muss uns halt zu unserem Glück zwingen....
Damit die ungehorsamen und renitenten Ärzte gleich wissen, dass eine Verzögerung auf keinen Fall ein Abrücken von diesem Unsinn bedeutet,
gibt es zu dieser großzügigen barmherzigen Fristverlängerung durch Spahns Gnaden aber gleich den erhobenen Finger... aber bestellen müsst ihr dennoch innerhalb der Frist, sonst oh weh und auf die Finger !!

Wir zwingen Euch zu Eurem Glück, ihr Unwissenden, ihr bockigen kleinen Schäflein, daran gibt es gar keinen Zweifel !!!
Und natürlich hat Euch keiner gezwungen, Kassenarzt zu werden !!! Aber solange ihr an meinem Tisch sitzt....

Einfach zum Brechen unwürdig.

Müssen wir dann zur Abrechnung IV - 18 den Kaufvertrag mit an die KV schicken ? Oder freiwillig Kreuzchen machen bei der Sammelerklärung, dass wir auch brav mitgespielt haben ? Hoffentlich gibt es dann auch die Ankreuzmöglichkeit - nein danke, lieber 1% Abzug und freiwillig einen Eintrag ins Klassenbuch....

Inzwischen reagiere ich höchst allergisch auf Drohungen und Zwang. Die in kurzer Zeit geballte Zunahme an fragwürdigen, eingreifenden, die freie Berüfsausübung behindernden Vorschriften provoziert tiefgreifendes Unbehagen und regt zur Suche nach Alternativen geradezu an. Es reicht jetzt einfach, ich habe keine Lust mehr, wie ein Schulkind gemaßregelt und gegängelt zu werden.
 zum Beitrag »
[02.10.2018, 08:57:04]
Dr. Hartwig Raeder 
Strafzahlungen
Solange nicht bekannt ist, ob die ab 1.1.2019 geplanten Strafzahlungen in Höhe von 1 Prozent des KV-Umsatzes den Vertragsärzten in Form einer Verwaltungskostenreduktion oder aber den gesetzlichen Krankenkassen als Kostenbeteiligung zukommen, werde ich keinen Vertrag unterschreiben. zum Beitrag »

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