Ärzte Zeitung online, 19.12.2013

Rentenbeitrag

76 Euro Mehrkosten je MFA und Jahr

Das von der neuen Bundesregierung geplante Rentenbeitragsgesetz 2014 wird verhindern, dass der Rentenbeitrag im kommenden Jahr von 18,9 auf 18,3 Prozent sinkt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer bekommen das direkt zu spüren.

NEU-ISENBURG. Eines der ersten Gesetze der neuen Bundesregierung hat direkte Folgen auf die Arbeitskosten. Die geplante Senkung des Rentenbeitrags von 18,9 auf 18,3 Prozent fällt nach dem Rentenbeitragsgesetz 2014 aus. Das Gesetz wird an diesem Donnerstag in erster Lesung im Bundestag beraten.

Nach Medienberichten bringt das Gesetz Mehrkosten in geschätzter Höhe von 7,5 Milliarden Euro für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und für den Bund mit sich.

Grund für die stornierte Beitragssenkung ist der finanzielle Zusatzbedarf für die geplanten Beschlüsse der Koalition für höhere Mütterrenten und für die abschlagfreie Rente ab 63 nach 45 Beitragsjahren.

Für die Beitragszahler hat das direkte Auswirkungen: Sie können sich im neuen Jahr nicht über ein Plus beim Nettogehalt beziehungsweise über eine leichte Senkung der Lohnnebenkosten freuen. Niedergelassene Ärzte als Arbeitgeber und MFA als Angestellte sind damit ebenso von dieser Regelung betroffen.

Ein Beispiel: Eine medizinische Fachangestellte (MFA) aus Tätigkeitsgruppe III im 9. Berufsjahr wird nach Tarif bezahlt und erhält im Monat ein Bruttogehalt von 2.123,18 Euro.

Eine Beitragssenkung im neuen Jahr in Höhe von 0,6 Prozentpunkten hätte für den Praxischef eine Senkung der Lohnnebenkosten um 6,37 Euro im Monat, im Jahr also um 76,44 Euro gebracht. Auch der Nettolohn der MFA wäre um diesen Betrag gestiegen, da der Rentenbeitrag hälftig von Arbeitnehmer und Arbeitgeber bezahlt wird.

Je nachdem, wie hoch das Gehalt der MFA in einer Praxis ist und wie viele Mitarbeiter die Praxis hat, fallen die nicht eingetretenen Kostensenkungen höher oder niedriger aus.

Die Deutsche Rentenversicherung rechnet damit, dass aufgrund der zu erwartenden Rentenbeschlüsse der Rentenbeitrag bis 2030 auf 23 Prozent steigen wird, also 4,1 Prozentpunkte mehr als aktuell.

Bei einem hypothetischen Gehalt von dann 2500 Euro im Monat hätten Praxischef wie MFA Einbußen von 51,25 Euro im Monat. Aber bis dahin fließt noch viel Wasser die Spree hinunter - und werden möglicherweise noch viele Rentenreformen in Berlin beschlossen. (ger)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »

Bei der Gründung eines Ärztezentrums kann es zugehen wie bei "Dallas"

Neid und Missgunst haben schon manche Versuche torpediert, in der Provinz ein Ärztezentrum zu etablieren. Ärzte in Schleswig-Holstein berichten, wie man verhindert, dass Kirchturmdenken siegt. mehr »

Macht Kaffee impotent?

Kaffee werden günstige Effekte auf die Gesundheit nachgesagt. Eine Studie hat untersucht, was das belebende Getränk für Männer – und besonders deren Potenz – bedeutet. mehr »