Ärzte Zeitung, 31.01.2011

Höheres Honorar für Ärzte in Praxisnetzen?

CDU-Gesundheitsexperte Spahn: Koalition sucht nach Anreizen für besseres Versorgungsmanagement

BERLIN (ger). Die Regierungskoalition will mit der anstehenden Gesundheitsreform das Versorgungsmanagement durch Praxisnetze fördern, um damit die Kosten zu senken. Wie das geschehen soll, ist den Akteuren allerdings noch nicht klar.

Höheres Honorar für Ärzte in Praxisnetzen?

Ist es eine Lösung, Ärzte in Netzen ähnlich wie Gemeinschaftspraxen über den EBM besser zu honorieren?

© tom / fotolia.com

"Die Kernfrage des Jahres, eigentlich des Jahrzehnts, ist, wie wir die richtigen Anreize setzen, um Versorgungsmanagement stärker zu etablieren", sagte Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, am Wochenende in Berlin. Spahn war Teilnehmer einer Podiumsdiskussion bei der 17. Netzkonferenz, die von UCB Pharma ausgerichtet wurde.

Zuvor hatte ein Vertreter des Praxisnetzes QuE (Qualität und Effizienz) in Nürnberg darüber geklagt, dass es für Netze zu schwer sei, IV-Verträge mit Kassen zu schließen. Und zwar auch dann, wenn sie nachweisen könnten, dass sie bessere Qualität zu niedrigeren Kosten erreichen. "Wir vermissen die Unterstützung der Politik", sagte der Vertreter aus Nürnberg.

Spahn erläuterte in der Konferenz Gedankenspiele in der Koalition, wie die richtigen Anreize gesetzt werden könnten. So müsse man die Krankenkassen dazu bringen, nicht nur auf das laufende Jahr zu schauen, sondern bei IV-Verträgen längerfristig zu handeln. Gerade Maßnahmen der Sekundärprävention wirkten auf der Kostenseite erst nach einigen Jahren. Auch bei den Leistungserbringern werde nach Anreizen gesucht: "Eine Möglichkeit könnte es sein, Ärzte in Netzen ähnlich wie Gemeinschaftspraxen über den EBM besser zu honorieren."

Bei Selektivverträgen in einem System mit Wettbewerb stelle sich das Problem, wie für möglichst viele Versicherte die Vorteile des Versorgungsmanagements durch Verträge zu erreichen seien. Jetzt sei es häufig so, dass nur der Marktführer der Kassen und allenfalls noch der zweitgrößte Anbieter einer Region einen Vertrag abschließe. Die Versicherten anderer Kassen blieben außen vor.

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