Ärzte Zeitung, 15.05.2011

Werbung von Online-Apotheken wird für Google teuer

NEW YORK/BERLIN (dpa). Google will mit einer riesigen Rückstellung von einer halben Milliarde Dollar laut Zeitungsberichten US-Ermittlungen zu Geschäften des Konzerns mit Internet-Apotheken beilegen.

Dem Internet-Konzern werde vorgeworfen, hunderte Millionen Dollar mit Werbeanzeigen von Online-Apotheken verdient zu haben, die gegen US-Recht verstießen, berichteten das "Wall Street Journal" und die "New York Times".

Google hatte die Rückstellung von 500 Millionen Dollar diese Woche im aktuellen Quartalsbericht bekannt gegeben. Es hieß lediglich, es gehe um eine Untersuchung seines Werbegeschäfts durch das US-Justizministerium. Details wurden nicht genannt.

Suchmaschinen dürfen nicht von illegalen Aktivitäten im Internet profitieren

Suchmaschinen können ernsthafte Konsequenzen drohen, wenn sie von illegalen Aktivitäten im Internet profitieren. In einem ähnlichen Fall hatten Google, Microsoft und Yahoo im Jahr 2007 Ermittlungen wegen Werbung illegaler Wett-Websites mit der Zahlung von insgesamt 31,5 Millionen Dollar beigelegt.

Im aktuellen Fall gehe es darum, dass Google in den USA Werbung von Internet-Apotheken aus Kanada zugelassen habe, obwohl US-Bürger bei ihnen keine Medikamente kaufen durften, berichteten das "Wall Street Journal" und die "New York Times".

Für Google ist es jedoch nicht ganz einfach, solche Werbung zu verhindern, weil Firmen ihre Anzeigen über ein Selbstbedienungs-System platzieren können. Bereits 2003 hatte der Internet-Konzern angekündigt, keine Anzeigen von US-Unternehmen zu veröffentlichen, bei denen man verschreibungspflichtige Medikamente wie Viagra® (Sildenafil) ohne Rezept kaufen konnte.

Google hatte gegen Online-Apotheken selbst geklagt

Im Februar 2010 sei der Internet-Konzern dazu übergegangen, nur noch Werbung von Online-Apotheken zuzulassen, die bei den zuständigen Behörden in den USA und Kanada akkreditiert seien. Und im September habe Google selbst gegen solche Firmen geklagt, die Anzeigen schalten, obwohl sie es nicht dürfen.

Als die Riesen-Rückstellung bekannt wurde, gab es zunächst Spekulationen, dass es dabei um eine Wettbewerbsverfahren gehen könnte, weil beim US-Justizministerium auch die Kartellaufsicht liegt.
Google verdient sein Geld nach wie vor hauptsächlich mit Werbeanzeigen im Umfeld von Internet-Suchanfragen. Zugleich setzt der Konzern aber auch auf andere Formen von Online-Werbung wie Banneranzeigen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »