Ärzte Zeitung, 12.10.2011

Stralsund: Ärzte gliedern Verwaltungskram erfolgreich aus

STRALSUND (di). Ärzte in Stralsund machen vor, wie niedergelassene Mediziner erfolgreich Herausforderungen für die Praxis meistern können. Eine Verwaltungsgemeinschaft hält ihnen den Rücken frei.

Verwaltungsservice hält Ärzten den Rücken frei

Bürokratie-Aufgaben übernimmt in Stralsund eine eigene Verwaltungsgesellschaft für Ärzte.

© Gina Sanders / fotolia.com

Bürokratie, nicht ausgeglichene Work-Life-Balance und fehlende Konzentration auf den Beruf gehören zu den von niedergelassenen Ärzten häufig beklagten Problemen im Praxisalltag.

Für viele junge Ärzte sind dies Gründe, die gegen eine Niederlassung sprechen.

Die 50 Mitglieder der Ärztegemeinschaft in Stralsund haben ein Rezept zur Lösung dieser Probleme: Eine eigene Verwaltungsgesellschaft nimmt den Ärzten alle Aufgaben rund um die Medizin ab.

Entscheidung liegt beim Arzt

Welche Dienstleistungen die Gesellschaft übernimmt und was der Arzt selbst erledigt, kann jedes Mitglied frei entscheiden. Die Verwaltung empfiehlt nur, die Entscheidung liegt beim Arzt.

Die aus einer früheren Poliklinik entstandene Gesellschaft hat im Nordosten bereits Schule gemacht. Inzwischen sind in Stralsund auch Ärzte, die außerhalb der früheren Poliklinik praktizieren, der Gemeinschaft beigetreten.

In Greifswald und Neubrandenburg gibt es ähnliche Gemeinschaften nach diesem Vorbild.

In Stralsund konnte ein MVZ verhindert werden

Die 1991 gegründete Gemeinschaft in Stralsund agiert aufgrund ihrer Größe auf Augenhöhe mit Kliniken, ein MVZ in Stralsund konnte sie verhindern.

Zu ihren Aufgaben zählen Buchhaltung, Abrechnung, Vertragswesen und Kommunikation.

Die Ärzte können auch private Dienstleistungen erbringen lassen. In der Verwaltungsgesellschaft bestimmen die beteiligten Ärzte über ihre Mehrheit den Kurs der GmbH.

Lesen Sie dazu auch:
Ärzte behandeln nur - den Papierkram machen andere

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