Ärzte Zeitung, 15.02.2010

Datenschutz geht nicht zum Nulltarif

Von Sabine Schiner

Datenschutz geht nicht zum Nulltarif

© Dustin Lyson / fotolia.com

Der Ärger bei den Versicherten der BKK Gesundheit ist groß. Da hat die größte deutsche Betriebskrankenkasse angekündigt, acht Euro mehr im Monat zu verlangen, um ihre Mitglieder besser zu betreuen, und dann das: Die Kasse schludert beim Datenschutz und gibt Hilfskräften, die 25 Cent pro Minute am Telefon verdienen, Zugriff auf Namen, Adressen, Bankverbindung und Krankendaten von 1,5 Millionen Versicherten.

Die BKK hatte eine Firma beauftragt, sich um die Hotline zu kümmern und den Service rund um die Uhr zu gewährleisten. "Schöner Service" werden viele nun denken und sich um ihre Daten sorgen. Für die Mitarbeiter der Hotline war es ein Leichtes, Datensätze per Screenshot zu kopieren. Noch ist unklar, welche Tragweite der Datenklau hat und welche Folgen das Leck für die Versicherten haben wird.

Für sie ist es ein Trost, dass die Kasse ihre Fehler zugegeben hat. Doch nun muss aufgedeckt werden, wie es zu dieser Schlamperei kommen konnte und wie man so etwas künftig verhindert. Eine schärfere Gesetzgebung und Bußgelder reichen nicht aus. In einer vernetzten Welt braucht es eine Debatte über Datensicherheit und einen Konsens darüber, was sie uns wert ist: Zum Nulltarif, soviel steht fest, ist sie nicht zu haben.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
BKK-Skandal: Leichtfertigkeit machte den Datenklau erst möglich

Topics
Schlagworte
Recht (12559)
Krankenkassen (17442)
Organisationen
BKK (2181)
Personen
Sabine Schiner (307)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Hausarztverträge im Visier des BVA

Das Bundesversicherungsamt duldet Chronikerpauschalen in bisheriger Form nicht mehr. Bis Ende August müssen Kassen Verträge anpassen. Hausärzte-Chef Weigeldt ist vergrätzt. mehr »

Reiseimpfungen – Welcher Schutz ist nötig?

Egal, wohin die Reise geht, die Basisimpfungen sollten vorhanden sein. Doch auch 2018 gibt es für einige Länder spezielle Empfehlungen. mehr »

IQWiG hinterfragt Darmkrebs-Screening

Der aktuelle Rapid Report des IQWiG kommt ebenso wie der Abschlussbericht von 2013 zu dem Fazit: Der Nutzen des Screenings bei unter 55-Jährigen mit einem familiären Risiko für Darmkrebs ist unklar. mehr »