Ärzte Zeitung, 11.02.2011

Heim-Aufenthalt wegen Krankheit mindert Steuer

Kosten fürs Seniorenheim können eine außergewöhnliche Belastung sein.

MÜNCHEN (lu). Wer aus krankheitsbedingten Gründen in ein Seniorenheim zieht, kann die dafür anfallenden Kosten nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) als außergewöhnliche Belastung steuerlich absetzen. Das gilt entgegen der bisherigen Rechtsprechung des BFH auch dann, wenn weder ständige Pflegebedürftigkeit besteht noch zusätzliche Pflegekosten abgerechnet wurden.

"Die Pflegebedürftigkeit ist nach dem Urteil keine Voraussetzung für den Abzug, wenn ein Arzt bescheinigt hat, dass der Heimaufenthalt infolge einer Erkrankung notwendig wurde", sagt die Steuerberaterin Dagmar Kayser-Passmann aus Unna, die dem auf Heilberufler spezialisierten Metax-Verbund angehört. Im konkreten Fall war die Klägerin nach einer stationären Behandlung in einer psychiatrischen Klinik auf ärztliche Empfehlung in ein Seniorenheim gezogen. Ihre Wohnung in einem Zweifamilienhaus gab sie aber nicht auf.

Die Kosten für das Heim machte sie als außergewöhnliche Belastung geltend, was das Finanzamt ablehnte - zu Unrecht, so der BFH im Einklang mit dem Finanzgericht der Vorinstanz. Anders als der altersbedingte Aufenthalt führe die krankheitsbedingte Unterbringung in einem Seniorenheim zu Kosten, die als außergewöhnliche Belastung abgezogen werden können, so die Richter.

Zu diesen Kosten gehörten die Ausgaben für Miete und Verpflegung abzüglich einer Haushaltsersparnis.

Az.: VI R 38/09

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Weniger Kardiologen = mehr Herztote?

In Bundesländern mit weniger niedergelassenen Kardiologen sterben mehr Patienten an Herzerkrankungen, so der aktuelle Herzbericht. mehr »

Fehlerquelle Datenschutzerklärung

Die meisten Praxis-Websites von Haus- und Fachärzten erfüllen nicht die gesetzlichen Anforderungen. Das legt eine aktuelle Studie nah. mehr »

Nach einem Hörsturz ist das Schlaganfallrisiko erhöht

Nach einem Hörsturz haben Patienten ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. In einer südkoreanischen Studie war dies kontinuierlich über einen elfjährigen Nachbeobachtungszeitraum festzustellen. mehr »