Ärzte Zeitung, 13.05.2011

Zwei Zulassungen? Arzt kann auf beiden Gebieten abrechnen

KASSEL (mwo). Fachärzte mit zwei Fachgruppenzulassungen können den Ordinationskomplex jeweils einzeln nach dem passenden Fachgebiet abrechnen. Ein einheitlicher Ordinationskomplex für alle Patienten ist zwar zulässig - aber nicht gegen den Willen des Arztes, urteilte der Vertragsarztsenat des Bundessozialgerichts in seiner jüngsten Sitzung in Kassel.

Damit gab das Gericht einer Ärztin aus Hessen Recht. Sie ist sowohl als Fachärztin für Augenheilkunde als auch als Fachärztin für Neurologie zugelassen. Ihre Arztnummer lautet auf Augenheilkunde, weil dies ihr Schwerpunkt ist. Wie in Hessen üblich, wurde ihr einheitlich für alle Patienten der Ordinationskomplex für Augenheilkunde angerechnet. Dieser ist bei jungen Patienten höher, bei älteren aber niedriger als der für Neurologie.

Mit ihrer Klage verlangte die Ärztin, sie müsse bei Neurologiepatienten generell auch den entsprechenden Ordinationskomplex abrechnen können. Mit dem einheitlichen Ordinationskomplex gehe der Bewertungsausschuss über seinen Gestaltungsspielraum hinaus.

Das Bundessozialgericht gab ihr Recht: Wenn ein Arzt auf zwei Gebieten zugelassen sei, müsse er auch wirtschaftlich auf beiden Gebieten arbeiten können. Eine Typisierung mit einheitlichem Ordinationskomplex sei zu grob. Ob es verfassungsrechtlich allerdings überhaupt geboten ist, eine Doppelzulassung zu erlauben, blieb offen.

Az.: B 6 KA 2/10 R

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »