Ärzte Zeitung, 03.04.2012

Unfall beim Duschen vor dem Einsatz - Rettungssanitäter ist versichtert

SPEYER (mwo). Wenn Rettungssanitäter vor Dienstbeginn noch duschen, stehen sie dabei unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das hat das Sozialgericht Speyer mit einem Urteil entschieden. Es dürfte wohl auch für angestellte Ärzte, Krankenschwestern und Pflegekräfte gelten, die engen körperlichen Kontakt zu ihren Patienten haben.

Normal gilt das Duschen nach Arbeitsbeginn als reine Privatsache und ist daher nicht versichert. Den Fall des Rettungssanitäters wertete das Gericht allerdings anders.

Er wollte nach seinem sieben Kilometer weiten Fahrradweg zur Arbeit noch duschen, damit er nicht verschwitzt zu den Patienten fahren muss. Auf dem Weg zur Dusche stürzte er und verletzte sich ein Fußgelenk.

Hier war das Duschen eine privat-beruflich "gemischte Tätigkeit", befand das Sozialgericht und sprach dem Rettungssanitäter eine Unfallentschädigung zu. Angesichts seines körperlich engen Kontakts zu den Patienten sei die Reinigung praktisch Voraussetzung für seine Einsatzfähigkeit gewesen.

Neben dem privaten Hygienebedürfnis habe daher auch ein versicherter "innerer Zusammenhang" zu seiner Arbeit bestanden.

Az.: S 15 U 40/10

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alles dreht sich um die Ballaststoffe

Gegen die meisten Zivilisationskrankheiten gibt es offenbar ein simples Rezept: Ballaststoffe essen! Wer eine bestimmte Menge täglich isst, lebt länger, ergab eine Mega-Studie. mehr »

Der Brexit – Ein Politkrimi à la Shakespeare

Unser Londoner Korrespondent Arndt Striegler beobachtet das Brexit-Drama live vor Ort. Im britischen Unterhaus wird gerade ein politisches Endspiel inszeniert – weit weg von den realen Sorgen vieler Briten. mehr »

Portoerhöhung trifft Ärzte voll

Die Post will das Porto für Standardbriefe voraussichtlich zum 1. April 2019 erhöhen. Das Thema Arztbriefe will die KBV auch in die Verhandlungen mit den Kassen einbringen. mehr »