Ärzte Zeitung, 09.09.2015

Schottdorf-Prozess

Auch Ehefrau weist Vorwürfe zurück

AUGSBURG. Im millionenschweren Betrugsprozess gegen das Augsburger Laborunternehmer-Ehepaar Schottdorf hat auch die Ehefrau alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Gabriele Schottdorf äußerte sich am Mittwoch vor dem Landgericht Augsburg in einer Erklärung zu der Anklage.

Beim Prozessauftakt am Montag hatte bereits ihr Ehemann, der 75 Jahre alte Laborarzt Bernd Schottdorf, alle Vorwürfe bestritten.

Das Ehepaar soll die gesetzliche Krankenversicherung zwischen 2004 und 2007 mit überhöht abgerechneten Laboranalysen um einen zweistelligen Millionenbetrag geprellt haben. Dazu sollen die Schottdorfs ein Netz von fünf scheinselbstständigen Labors betrieben haben, um vorgeschriebene Rabatte nicht gewähren zu müssen.

Nach Angaben von Gabriele Schottdorf war sie als Geschäftsführerin einer Augsburger Dienstleistungsgesellschaft zwar für den täglichen Betrieb der Labors beispielsweise in Mainz und Bochum zuständig, die unternehmerischen Entscheidungen habe jedoch der Laborchef vor Ort getroffen.

Die Schottdorfs räumen ein, dass sie die Einrichtung der Labors aktiv betrieben haben. Es sei darum gegangen, eine bundesweite Präsenz zu schaffen, weil Mediziner aus anderen Bundesländern ihre Proben nicht auf den langen Weg zum Großlabor in Augsburg schicken wollten.

"Man muss mit den Befunden schneller am Patienten sein", sagte die gelernte medizinisch-technische Assistentin. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Diabetikern wird der HbA1c-Wert nicht oft genug kontrolliert

Eigentlich sollten Ärzte mindestens zweimal im Jahr den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern bestimmen. Bei jedem vierten Patienten messen sie ihn aber nur einmal oder gar nicht. mehr »

SPD will "Ende der Zwei-Klassen-Medizin"

14:10 Nach der knappen Abstimmung pro GroKo-Verhandlung geht es nun darum, die auf dem SPD-Parteitag angesprochenen "Nachbesserungen" in den Koalitionsvertrag reinzuverhandeln. KBV und Hartmannbund reagieren skeptisch. mehr »

Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Altenpflegekräfte fehlen fast doppelt so oft wegen psychischer Erkrankungen wie andere Beschäftigte, heißt es im länderübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg. mehr »