Ärzte Zeitung online, 30.05.2017

Personalmanagement

Abführmittel für Chefin – Haft für Mitarbeiterin

PRAG. Weil sie ihrer Chefin jahrelang Abführmittel ins Wasser mischte, ist eine 55-jährige Frau in Tschechien zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Juristin, die in der staatlichen Verwaltung arbeitete, muss ihrer Vorgesetzten zudem eine Million Kronen (knapp 38.000 Euro) an Entschädigung zahlen. Das entschied ein Gericht in Prag der Agentur CTK zufolge am Montag. Die Chefin hatte erstmals im Mai 2013 über unerklärliche gesundheitliche Probleme geklagt – Durchfall und Erbrechen, heftige Bauchschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und Gliederschmerzen. Ärzte konnten sich keinen Reim darauf machen. Erst als auf Verdacht hin eine versteckte Kamera im Büro installiert wurde, kam die Tat ans Licht: Aufnahmen zeigten den Angaben zufolge, wie ihre Kollegin eine große Dosis Abführmittel ins Trinkglas mischte – und mit einem Kugelschreiber umrührte.Weil die Frau kein Geständnis abgelegt und keine Reue gezeugt habe, hielt die Richterin eine Bewährungsstrafe nicht für ausreichend.Die Angeklagte habe sich nicht in ihr Opfer hineinfühlen können und denke mehr an sich und ihre Karriere als an andere. Die "Beschwerden" der Vorgesetzten traten in der Regel vor wichtigen Verhandlungstagen vor Gericht auf.(dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »