Ärzte Zeitung online, 25.09.2019

Homöopathie

Apotheker reservierter als PTA

Was hält man am Point of Sale von D3 und Co? Apotheker geben seltener Zustimmung zu Protokoll als ihre Mitarbeiterinnen.

BERLIN. An der Homöopathie scheiden sich die Geister – auch in der Offizin: Während sich unter den Assistenzkräften eine deutliche Mehrheit pro Globuli findet, geben sich die studierten Pharmazeuten um einiges reservierter. Laut einer aktuellen Befragung des Marktforschers Aposcope bei über 500 Apothekeninhabern und -mitarbeitern halten 62 Prozent der PTA Homöopathie für eine „sehr sinnvolle“ oder doch zumindest „sinnvolle“ Ergänzung der Schulmedizin. Unter den Inhabern wollten erheblich weniger, nämlich nur um die 40 Prozent der Befragten diese Ansicht teilen.

Kategorisch abgelehnt wird die Alternativmedizin von den wenigsten: Nur knapp fünf Prozent der befragten PTA halten Homöopathie gemäß Antwortvorgabe für „nicht sinnvoll“ oder „überhaupt nicht sinnvoll“. Von den befragten Apothekern kreuzten knapp 16 Prozent eine dieser beiden Antworten an.

Zwischen den beiden Extremen bewegen sich die Unentschiedenen, die Homöopathie  für „eher sinnvoll“ (27 Prozent der Inhaber, 24 Prozent der PTA) oder „eher nicht sinnvoll“ (17 bzw. knapp neun Prozent) halten.

Nach unternehmerischen Gesichtspunkten fällt das Ja zur Homöopathie sowohl bei Apothekeninhabern als auch ihrem Personal den Angaben zufolge noch etwas höher aus: 83 Prozent der PTA votieren dafür, dass Homöopathie als Satzungsleistung der gesetzlichen Krankenkassen erhalten bleibt. Von den befragten Apothekern habe sich diesbezüglich nur jeder zweite zustimmend geäußert, heißt es, während 47 Prozent die Satzungsleistung Homöopathie ablehnen.

Weitere Resultate: Die Frauen unter den Umfrageteilnehmern sprachen sich deutlich häufiger zugunsten der Homöopathie-Erstattung aus als ihre männlichen Kollegen. Und noch ein Gender-Gap: Empfohlen werden Homöopathika am Verkaufstresen „meist Frauen, sehr selten nur Männern“. (cw)

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