Ärzte Zeitung online, 21.12.2012

Pharmagroßhandel

Phoenix schrumpft

Krank werden die Leute immer. Aber die Frage ist, wer für die Medikamente wie viel bezahlt. Auch der Pharmagroßhändler Phoenix spürt, dass im Gesundheitswesen gespart werden soll.

MANNHEIM. Deutschlands größter Pharmagroßhändler Phoenix bekommt schrumpfende europäische Märkte und ein hart umkämpftes Geschäft in der Heimat zu spüren.

Der Umsatz des Mannheimer Unternehmens schrumpfte in den Monaten Februar bis Oktober im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent auf knapp 15,8 Milliarden Euro.

Das geht aus dem Zwischenbericht hervor, den das Unternehmen am Donnerstag veröffentlichte. Als Gründe für den Rückgang nannte Phoenix unter anderem das Schrumpfen der europäischen Pharmamärkte.

Hier erwartet der Pharmahändler in nächster Zeit auch keine Besserung.

"Einsparmaßnahmen seitens der Gesundheitspolitik und Unsicherheit über die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise werden sich voraussichtlich auch dämpfend auf die Pharmamärkte auswirken", hieß es im Bericht.

Zu dem Umsatzrückgang habe auch eine auf stabilere Margen ausgerichtete Vertriebspolitik auf dem deutschen Markt, dem größten für das Unternehmen, beigetragen.

Das Unternehmen hatte außerdem Ende des vergangenen Geschäftsjahres seinen Großhandel in Polen geschlossen, auch das macht sich den Angaben zufolge in den Zahlen bemerkbar.

Das Ergebnis sank unter dem Strich von 167 auf 162 Millionen Euro. Für das gesamte Geschäftsjahr 2012/13 (zum 31. Januar) rechnet Phoenix weiterhin mit einem leichten Umsatzminus und einem bereinigten operativen Ergebnis auf Vorjahresniveau.

Phoenix beliefert nach eigenen Angaben europaweit rund 69.000 Apotheken und medizinische Einrichtungen, in einem Dutzend europäischer Staaten unterhält das Unternehmen außerdem eigene Apothekenketten.

Zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres im Januar beschäftigte die Unternehmensgruppe gut 28.000 Menschen. Aktuellere Angaben machte Phoenix nicht.

Topics
Schlagworte
Unternehmen (12058)
Organisationen
Phoenix (125)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Für eine Welt ohne Typ-1-Diabetes

Ein hohes Risiko für Typ-1-Diabetes im Kindesalter erkennen und die Krankheit verhindern, ist das Ziel von Wissenschaftlern. Eine provokante PR-Aktion wirbt für ihre Arbeit. mehr »

Grippe-Impfsaison noch lange nicht vorbei!

Kein Land Europas erreicht die Influenza-Impfziele der WHO. Jetzt vor der Grippewelle appellieren Experten daher an Ärzte, noch möglichst viele Patienten zu schützen. mehr »

Wenn Insulin zum fetten Problem wird

Schon leicht erhöhte Insulinspiegel können offenbar Adipositas sehr stark fördern. Forscher haben sich den Zusammenhang angeschaut und empfehlen Intervallfasten – mit einer Einschränkung. mehr »