Ärzte Zeitung online, 01.08.2013
 

Bayer

Zugpferd Gesundheit

Zum Firmenjubiläum knallten bei Bayer die Korken, das Geschäft macht den Leverkusenern aber nur teilweise Freude. Pharma läuft weiter prima, beim Kunststoff gab es einen Einbruch.

LEVERKUSEN. Das Kunststoffgeschäft macht dem Chemie- und Pharmakonzern Bayer Sorgen.

Konzernchef Marijn Dekkers sagte am Mittwoch bei der Präsentation der Quartalszahlen, die bisherige Gewinnprognose für das Jubiläumsjahr des vor 150 Jahren gegründeten Konzerns erscheine angesichts der unerwartet schwachen Entwicklung der Sparte "zunehmend ambitioniert".

Doch halte der Konzern weiter an ihr fest. Bayer hatte eine Steigerung des um Sondereinflüsse bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im "mittleren einstelligen Prozentbereich" als Ziel ausgegeben.

Die Kunststoffsparte Material Science leidet unter den hohen Rohstoffkosten und gesunkenen Absatzpreisen. Im zweiten Quartal brach ihr Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 28,9 Prozent ein.

Ein kräftiges Wachstum erzielte der Konzern dagegen in seiner Gesundheitssparte HealthCare. Die Einführung neuentwickelter Medikamente verlaufe "deutlich besser als erwartet", sagte Dekkers.

Auch das Pflanzenschutzgeschäft entwickelte sich weiter dynamisch.

Insgesamt steigerte der Konzern im zweiten Quartal seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent auf knapp 10,4 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis lag mit 841 Millionen Euro sogar um 74,8 Prozent über dem des Vorjahresquartals.

Allerdings machten sich hier nicht zuletzt gesunkene Sondereinflüsse - wie Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen oder Rechtsstreitigkeiten - bemerkbar. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um 2,7 Prozent.

Für das Gesamtjahr hält der Konzern trotz des schwächelnden Chemiegeschäfts im Wesentlichen an seiner Prognose fest. Er erwartet einen Umsatz zwischen 40 und 41 Milliarden Euro (bisher: 41 Milliarden Euro).

Beim bereinigten Ergebnis je Aktie will der Konzern einen Zuwachs im oberen einstelligen Prozentbereich erzielen. (dpa)

Topics
Schlagworte
Unternehmen (11245)
Organisationen
Bayer (1152)
Personen
Marijn Dekkers (46)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gegen Husten taugen Medikamente wenig

Abwarten und Tee trinken, mehr wollen US-Experten gegen erkältungsbedingten Husten nicht empfehlen. Allenfalls etwas Honig bei Kindern halten sie noch für geeignet. mehr »

Erst krebskrank, dann Hypertoniker

Überlebende von Krebserkrankungen in der Kindheit tragen ein erhöhtes Hypertonierisiko: Im Alter von 50 Jahren sind 70 Prozent betroffen. mehr »

Macht das Stadtleben krank?

Stadtluft kann Schizophrenie begünstigen, glauben Wissenschaftler. Ein Chefarzt der Charité fordert deshalb eine Public-Mental-Health-Strategie für urbane Räume. mehr »