Ärzte Zeitung, 25.06.2009

Verluste trotz mehr Honorars

Es trifft vor allem die Spezialisten unter den Hausärzten

BERLIN(ami). Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin geht davon aus, dass trotz des versprochenen Honorarzuwachses von rund zwölf Prozent im Vergleich zu 2007 im ersten Quartal dieses Jahres einige Ärzte deutliche Verluste einfahren werden.

Das betrifft nach Angaben des Berliner KV-Vize Dr. Uwe Kraffel vor allem die Spezialisten unter den Hausärzten. Als Beispiel für eine "klassische Problempraxis" nannte Kraffel eine Hausarztpraxis, die vor allem onkologische Patienten betreut. Solche Praxen haben in der Regel wenige Patienten, hatten aber in der Vergangenheit einen Fallwert von mehr als 70 Euro pro Patient. Der Fallwert der Hausärzte liegt in Berlin nun bei rund 35 Euro.

Selbst wenn Praxisbesonderheiten berücksichtigt werden, kann der doppelt so hohe Fallwert der Spezialpraxis in der neuen Systematik nicht dargestellt werden, erläuterte Kraffel bei einer Veranstaltung von Medi Berlin. "Wir hatten in Berlin Hausarztpraxen mit 50 Patienten und einem Fallwert von 200 Euro. Diese Praxen werden ein Problem haben", sagte der KV-Vize. Profitieren würden dagegen Praxen, die 2000 Patienten behandeln und deren Fallwert früher bei rund 20 Euro lag. Die Endabrechnung für das erste Quartal kündigte Kraffel für Mitte August an.

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