Ärzte Zeitung online, 12.10.2017
 

Psychotherapie

BSG bestätigt Strukturzuschlag für Therapeuten

BSG bestätigt Strukturzuschlag für Therapeuten

Das Bundessozialgericht in Kassel.

© Uwe Zucchi / dpa

KASSEL. Enttäuschung bei den Psychotherapeuten: Der Vertragsarztsenat des Bundessozialgerichts (BSG) hat am Mittwoch die Voraussetzungen für den sogenannten Strukturzuschlag gebilligt, der den Therapeuten die Beschäftigung einer Sprechstundenhilfe ermöglichen soll.

Auch bei der Umstellung auf den Orientierungspunktwert im Jahr 2009 haben die Kasseler Richter im Gegensatz zu den Therapeutenverbänden nur geringen Korrekturbedarf aber keine grundsätzliche Benachteiligung der Psychotherapie gesehen.

Den Strukturzuschlag hatte der Erweiterte Bewertungsausschuss im September 2015 beschlossen – aber rückwirkend ab 2012. Das Geld gibt es aber erst bei einer mehr als hälftigen Auslastung, bei einem vollen Versorgungsauftrag mit veranschlagten 36 Therapiestunden pro Woche erst ab der 19. Stunde, bei einem halben Versorgungsauftrag ab der 10. Stunde.

Nach Ansicht der Therapeuten weicht dies von den bisherigen Vorgaben des BSG ab. Doch die Kasseler Richter haben die Regelung nun gebilligt. Einer voll ausgelasteten psychotherapeutischen Praxis sei nunmehr die Beschäftigung einer Sprechstundenhilfe möglich. Es sei auch zulässig gewesen, dies mit Anreizen für eine Vollauslastung zu verbinden.

 Die Sprechstundehilfen sind für Psychotherapeuten auch deshalb wichtiger geworden, weil in den Richtlinien zur Vereinbarung einer Erstsprechstunde eine Erreichbarkeit der Psychotherapeutenpraxis von 200 Minuten in der Woche festgelegt worden ist (bei vollem Versorgungsauftrag).

Die Verbände appellierten nun an den Gesetzgeber, eine angemessene aber auch einheitliche Vergütung der Psychotherapie vorzugeben. (mwo/ger)

Urteil des BSG, Az.: B 6 KA 35/17 R und weitere (Strukturzuschlag), B 6 KA 8/16 R (Punktwert)

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