Ärzte Zeitung, 09.06.2016

Gesundheits-Apps

BfArM soll App-Entwickler unterstützen

Lifestyle-App oder waschechtes Medizinprodukt? Das BfArM soll Entwicklern und Anwendern zu mehr Klarheit verhelfen.

BERLIN. Gesundheits-Apps gibt es mittlerweile zuhauf. Ob sich eine Anwendung für Patienten tatsächlich lohnt und das Programm geltenden Qualitätsmaßstäben genügt, ist häufig nicht gleich ersichtlich. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) soll nach dem Willen des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) künftig für mehr Klarheit sorgen. "Wir werden das BfArM zu einer zentralen Anlaufstelle für App-Entwickler in Deutschland weiterentwickeln. Es soll Herstellern bei der Zulassung von ‚Medical Apps‘ beratend zur Seite stehen", erklärte BMG-Staatssekretär Lutz Stroppe auf einer BfArM-Expertentagung zu Chancen und Risiken von Medizin-Apps.

"Vielen Entwicklern ist nicht bewusst, dass es sich bei diesen Apps um Medizinprodukte handeln kann, für die mit Blick auf den Patientenschutz besondere gesetzliche Regelungen gelten. Deswegen wollen wir mehr Klarheit bei Herstellern und Anwendern schaffen", kommentierte Professor Karl Broich, Präsident des BfArM, die aktuelle Situation auf dem Markt. Gleichzeitig unterstrich er, dass mobile Gesundheitsanwendungen eine wertvolle Hilfe für ihre Anwender sein könnten. Wichtig sei eine klare Abgrenzung zwischen Lifestyle-Anwendungen - etwa für Fitnessdaten - und sogenannten Medical Apps, bei denen weitergehende Regularien in Sachen Sicherheit, Verkehrsfähigkeit und Überwachung greifen, heißt es.

Das BfArM gebe Herstellern und Entwicklern bereits jetzt Entscheidungshilfen an die Hand. Auf dem Internetauftritt der Institution gibt es eine "Orientierungshilfe Medical Apps". Dort lasse sich die richtige Abgrenzung von Medizinprodukten nachvollziehen. Darüber hinaus könne das BfArM Hersteller bei Abgrenzungs- beziehungsweise Risikoklassifizierungs-Entscheidungen unterstützen, teilt das Institut mit. (mh)

"Orientierungshilfe Medical Apps":

tinyurl.com/z3vp4c6

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So will Deutschland den Zuckerberg bezwingen

16:00 UhrZu viel und zu schlecht gekennzeichnet: Zucker versteckt sich in vielen Fertigprodukten. Das erschwert eine gesunde Ernährung. Die Politik will nun eingreifen. mehr »

Der Transgender-Trend

Paradigmenwechsel? Transsexuelle lassen sich sogar selbstbewusst für den "Playboy" ablichten. Psychiater warnen aber vor einem Geschlechtsdysphorie-Hype unter Jugendlichen. mehr »

Deshalb gibt's immer mehr Parkinsonkranke

Die absolute Zahl der weltweiten Parkinsonkranken hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt. Forscher haben eine Vermutung, warum der Anstieg in manchen Ländern so stark ist. mehr »