Ärzte Zeitung, 16.03.2012

E-Card: Per Knopfdruck die Kartendaten ändern

NEU-ISENBURG (reh). Auch ohne Online-Phase lassen sich die Versichertendaten auf der E-Card bereits per Knopfdruck korrigieren.

E-Card: Per Knopfdruck die Kartendaten ändern

Versicherte können sich mit ihrer eGK und einem EDV-System über den Web-Browser in die Anwendungssoftware einloggen und ihre Daten abgleichen.

© [M] sth

Mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) sollte Patienten eigentlich die Möglichkeit eingeräumt werden, ihre Versichertenstammdaten und diverse andere Gesundheitsdaten einsehen zu können.

Zwar ist dieses Projekt ebenso wie die Online-Phase der eGK etwas nach hinten verschoben worden. Anbieter, die den Patienten, Praxen und Kassen bereits jetzt funktionsfähige EDV-Systeme hierfür bieten, gibt es aber bereits, wie die Computermesse CeBIT in Hannover zeigte.

Eine solche Lösung im Gepäck hatte die Concat AG. Das System des E-Health-Anbieters besteht aus zwei Komponenten: einem System für die Krankenkassen und einem Wartezimmer-Kiosk.

Kartenabgleich zuhause möglich

Macht die Kasse eines Patienten mit und nutzt die Anwendungsplattform, über die sie schon heute in jeder Geschäftsstelle die Funktionsfähigkeit der eGK prüfen kann, hat das auch für Versicherte Vorteile.

Die können sich nämlich zu Hause über Web-Browser und mit Gesundheitskarte in die Anwendungssoftware einloggen und ihre Versicherungsgrunddaten einsehen.

Michael Brockt von Concat zeigte auf der Messe, wie es funktioniert: Ist der Versicherte auf der Plattform eingeloggt, kann er mit einem gängigen USB-Kartenterminal die Daten seiner eGK aufrufen. Erkennt er einen Fehler in den Daten, korrigiert er diesen, und die neuen Daten werden im System gespeichert.

Neue Daten per Knopfdruck auf die Gesundheitskarte

Allerdings noch nicht auf der Gesundheitskarte, wie Brockt erklärte. Denn noch läuft der Online-Abgleich der Versichertenstammdaten (VSD) ja nicht. Der Versicherte druckt sich den geänderten Datensatz daher aus und geht damit und mit seiner eGK in die Geschäftsstelle der Kasse.

Dort wird die eGK eingelesen und einfach per Knopfdruck ein "Update" durchgeführt. Damit werden die neuen Daten auf der Gesundheitskarte gespeichert.

Auch auf dem Wartezimmer-Kiosk können sich Versicherte ihre Daten anzeigen lassen. Der Vorteil des Kiosks liegt laut Brockt aber an anderer Stelle: Der Kiosk könne bereits mit dem Konnektor ausgeliefert werden, dadurch könne beim späteren Online-Betrieb der eGK die Praxis-EDV weiterhin offline laufen.

Denn die Daten der eGK ließen sich in einem gesicherten System-Container ablegen, für den nur die Praxis-EDV eine Leseberechtigung habe, um die Daten dann in die Patientenakten zu übernehmen.

Der Versichertenstammdatenabgleich mit der Kasse laufe dadurch getrennt von der Praxis-EDV nur über den Konnektor ab. Und an diesen ließen sich auch weitere Lesegeräte koppeln.
Kostenmäßig soll der Kiosk - allerdings ohne Konnektor, aber mit Touchscreen und versiegeltem Kartenleser - unter 4000 Euro kosten.

[18.03.2012, 11:48:28]
Dr. Uwe Wolfgang Popert 
Arbeitsbeschaffung
Aus dem Text geht leider nicht hervor, was anstelle dieser sicherlich (für die Politik) wichtigen*, aber leider sehr zeitraubenden neuen bürokratischen Tätigkeit in den ausgelasteten Praxen entfallen soll.
Weniger Behandlung von akut Kranken?
Weniger Behandlung von chronisch Kranken?
Weniger Prävention?

Für die Praxis ist die eCard völlig nutzlos - und einfach nur teuer.
Jeder Papierausweis ist billiger, informativer und praktikabler. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Impfpflicht löst Masernproblem nicht

Eine Impfpflicht bei Masern würde ungeimpfte Erwachsene als Verursacher nicht erreichen und Skeptiker vor den Kopf stoßen. Ausbrüche sind nur mit mehr Engagement zu verhindern, so RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler. mehr »