Ärzte Zeitung online, 09.02.2017

Tier-Policen

Risikoabwägung im Einzelfall zählt

Die Versicherung eines Hundes kann den Halter vor horrenden Kosten für Op oder Haftungsschäden schützen.

Frage: Wir haben einen jungen Labrador gekauft, welche Versicherungen brauche ich für das Tier?

Antwort: Um zwei Arten von Versicherung für den Hund sollten Sie sich kümmern. Das Wichtigste ist, eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen. Die Police deckt Sach- und Personenschäden, die das Tier verursacht. In einigen Bundesländern sind die Versicherungen gesetzlich vorgeschrieben. Verbraucherschützer raten jedoch jedem Hundehalter zu einer solchen Police. Auch kleine Hunde können teure Schäden verursachen, etwa wenn sie auf die Straße laufen und einen Autounfall auslösen. Kommen dabei Personen zu Schaden, sind hohe Kosten die Folge, die ohne eine Police der Halter tragen muss.

Eine Überlegung wert ist außerdem, eine Tierkrankenversicherung für den Hund abzuschließen. Denn während Anschaffungs- und Futterkosten gut kalkulierbar sind, können bei Rechnungen für den Tierarzt beträchtliche Summen anfallen. Infiziert sich der Hund beim Schluck aus einer Pfütze mit Leptospiren, kostet die Behandlung unter Umständen über 4000 Euro. Auch Op nach Unfall oder Medikamente können sehr teuer sein.

Um das Kostenrisiko abzusichern, gibt es Vollversicherungen und solche, die ausschließlich für Operationskosten leisten – nicht aber für die Behandlung von Infektionen oder chronischen Krankheiten. Entsprechend günstiger ist die Prämie. Beim Versicherer Agila kostet der Tierkrankenschutz für einen einjährigen Labrador im günstigsten Tarif ab 37,90 Euro im Monat. Die Basis-Operationskostenversicherung gibt es für diesen Hund ab 14,90 Euro im Monat.

Verbraucherschützer halten allerdings nicht viel von Tierkrankenversicherungen. Zuerst sollten Tierbesitzer die Risiken absichern, die sie in den finanziellen Ruin treiben könnten, sagen sie. Statt eine Versicherung abzuschließen, können Tierbesitzer auch eine ausreichende Reserve ansparen. Das müssten aber mehrere Tausend Euro sein. Falls Sie Ihren Labrador versichern möchten, sollten Sie das tun, solange der Hund jung und gesund ist. Sonst kann es sein, dass der Versicherer die Deckung ablehnt.(age)

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