Direkt zum Inhaltsbereich

Die neun tropenspezifischen Pflichtfragen

Bei kranken Tropenrückkehrern sind neun anamnestische Fragen entscheidend. Damit kommt man einer Diagnose schon auf die Spur.

Von Ursula Armstrong Veröffentlicht:
Rückkehr aus den Tropen: Acht Prozent der Reisenden sind krank und gehen zum Arzt

Rückkehr aus den Tropen: Acht Prozent der Reisenden sind krank und gehen zum Arzt

© Foto: Mikael Damkierwww.fotolia.de

Kommen Reisende krank aus den Tropen zurück, ist die Anamnese zentral bei der Diagnostik. Entscheidend seien neun "tropenspezifische Pflichtfragen", sagte der Tropenmediziner Dr. Fritz Holst aus Marburg.

  • Wann waren Sie verreist? Die Inkubationszeit allein etwa kann wichtige Hinweise geben. Wer eine Woche in Asien war und fünf Wochen später Fieber bekommt, wird kein Dengue-Fieber haben.
  • Wo waren Sie genau? In der Stadt oder auf dem Land? Viele afrikanische Städte sind malariafrei. Auch über 2000 Metern Höhe gibt es keine Malaria.
  • Wie haben Sie übernachtet? Im Hotel, in einer Hütte oder im Zelt? Mit Moskitonetz oder nicht? Eventuell kann man sich dann auf nachtaktive Vektoren wie Sandfliegen oder Anophelesmücken konzentrieren.
  • Was haben Sie gegessen? Verzehr von Fleisch, das in den Tropen meist nie voll durchgebraten ist, kann zu E.coli-Infektionen führen.
  • Hatten Sie ungeschützten Sexualverkehr? Eine Studie mit 782 Tropenreisenden hat ergeben, dass 19 Prozent in den Tropen Sex mit einem neuen Partner hatten, davon 63 Prozent ohne Kondom.
  • Waren Sie in den Tropen in medizinischer Behandlung? Durch Spritzen und Impfungen kann es etwa zur Übertragung von Hepatitis-B-Viren kommen.
  • Was haben Sie auf der Reise genau unternommen? Süßwasserkontakt könnte für eine Bilharziose sprechen, eine Höhlenbesichtigung für eine Leptospirose durch Fledermäuse.
  • Hatten Sie Kontakt zu Tieren? Dabei ist nicht nur an Hunde (Tollwut), oder Nagetiere (Lassafieber, Hantavirus), sondern auch an TsetseFliegen (Schlafkrankheit), an Zecken (Afrikanisches Zeckenbissfieber, Rickettsiose) zu denken.
  • Und schließlich muss natürlich nach den Prophylaxe-Maßnahmen gefragt werden.
Mehr zum Thema

Strategie nach Ende der DAPT

Nach perkutaner Koronarintervention bevorzugt Clopidogrel einsetzen

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ältere Frau versucht, sich mit einem Fan abzukühlen.

© solidcolours/Getty Images/iStock

Tipps

Sommerhitze: Das ist wichtig bei älteren Patienten

Ein Mann mit COPDhustet, und fasst sich an die Bust.

© brizmaker / stock.adobe.com

Neudefinition mit praktischen Konsequenzen

COPD: Schon ab einer moderaten Exazerbation in Gruppe E!