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Deutscher Krebskongress

Unterschiedliche Blickwinkel auf die Versorgung Krebskranker

Beim Deutschen Krebskongress 2022 geht es um Schnittstellen in der Krebsmedizin – und wie die Versorgung Krebskranker optimiert werden kann. Eine zentrale Position hat dabei die Pflege.

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Patientin, Pflegerin, Arzt: Im Team klappt die Versorgung Krebskranker am besten.

Patientin, Pflegerin, Arzt: Im Team klappt die Versorgung Krebskranker am besten. (Symbolbild)

© Kzenon / stock.adobe.com

Berlin. „Krebsmedizin – Schnittstellen zwischen Innovation und Versorgung“ ist das Motto des Deutschen Krebskongresses (DKK) 2022.

Der Übergang von onkologischen Innovationen in die Versorgung ist ein kritischer Schritt. Nur wenn er gelingt, kommen verbesserte Therapiemöglichkeiten tatsächlich am Krankenbett an. Schnittstellen sind in der Onkologie aber auch an anderer Stelle bedeutsam, etwa, wenn Patientinnen und Patienten zwischen stationärem und ambulantem Sektor wechseln.

Hier gebe es noch ein großes Defizit, sagt Professor Michael Ghadimi aus Göttingen, der Präsident des DKK 2022. Stationärer und ambulanter Bereich müssten besser verzahnt werden. „Das fängt beim Problem der Digitalisierung an“, so Ghadimi im Interview mit Springer Medizin.

„Es gibt eine digitale Patientenakte, aber unsere Assistenten müssen analoge Briefe aufsetzen, die in der Hausarztpraxis wieder digitalisiert werden müssen. Ich glaube, dieser Zustand ist extrem hinderlich für Forschung und Innovation, aber auch für die Patienten, weil die Daten nicht transparent sind und demzufolge auch nicht sinnvoll genutzt werden können. Warum gibt es keine digitale Plattform, in die man einfach Einsicht haben kann? Warum sollen unsere Zuweiser keinen Zugriff auf unsere Medikamentenpläne haben?“.

Im Fokus: das multiprofessionelle Team

Eine hohe Qualität in der Krebsbehandlung setze die gute Zusammenarbeit an den Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Disziplinen eines multiprofessionellen onkologischen Teams voraus, so Ghadimi, der Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Göttingen.

„Deshalb diskutieren wir auf dem Kongress die onkologische Versorgung aus unterschiedlichen Blickwinkeln.“ Auch die Pflege habe eine zentrale Aufgabe in der Versorgung von Krebskranken.

„Deshalb spielen Pflegethemen auch beim DKK 2022 eine große Rolle“, kündigt Kerstin Paradies an. Sie ist Sprecherin der Konferenz onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege (KOK) in der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG). „Ich freue mich auf die Highlightsitzung „Therapien gemeinsam optimieren – Nebenwirkungen kontrollieren“, da dies eine große Aufgabe in der onkologischen Pflege ist. Wir sprechen auch mit anderen Fachrichtungen darüber, was eine moderne Supportivtherapie leisten kann.“

Auch komplementäre Verfahren werden thematisiert

Spannend werde auch die Fortbildungssitzung zum Thema komplementäre Verfahren, so Kerstin Paradies in einer Mitteilung vorab zum Kongress. Denn viele Krebserkrankte hofften auf komplementärmedizinische Methoden als Ergänzung zur Schulmedizin und interessierten sich für Nutzen und Risiken.

Vor Kurzem ist hierzu eine neue S3-Leitlinie erschienen. Kerstin Paradies: „Ich möchte Sie neugierig machen, ich möchte Sie einladen als Pflegekräfte im ambulanten wie auch im stationären Bereich den DKK 2022 zu besuchen!“ (eb)

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