ACE-Hemmer - Schutz vor Abbau der Hirnleistung?

SEATTLE (ob). Zentral wirksame ACE-Hemmer scheinen über die Blutdrucksenkung hinaus noch eine günstige Zusatzwirkung zu besitzen: Sie bremsen im Unterschied zu anderen Antihypertensiva möglicherweise die Abnahme der kognitiven Leistungsfähigkeit im Alter.

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Auf diesen Unterschied stießen US-Wissenschaftler bei der Auswertung von jährlich vorgenommenen Screening-Tests (modifizierter Mini-Mental-Status-Test, mMMST) zur Erfassung kognitiver Störungen bei Älteren. Beobachtet wurde, dass auf der 100-Punkte-Skala der jährliche Abfall des mMMST-Scores - gleich bedeutend mit einer Abnahme der kognitiven Leistung - bei Behandlung mit zentral wirksamen ACE-Hemmern nur etwa halb so groß war wie bei einer Therapie mit anderen Antihypertensiva (minus 0,24 versus minus 0,50 Punkte pro Jahr). Der Unterschied war signifikant.

Dr. Kaycee M. Sink aus Winston Salem stellte dieses Ergebnis jetzt auf dem Kongress der Amerikanischen Geriatrie-Gesellschaft in Seattle vor. Es basiert auf der Auswertung von Sechs-Jahres-Daten der Cardiovascular Health Study, einer Beobachtungsstudie zur Inzidenz und Prävalenz kardiovaskulärer Risikofaktoren bei 5888 US-Amerikanern über 65 Jahre.

In der aktuellen Analyse sind diejenigen 1074 Teilnehmer unter die Lupe genommen worden, die wegen Bluthochdrucks Antihypertensiva erhielten und zu Beginn keine Zeichen einer Demenz hatten. In dieser Subgruppe wurden 414 Personen mit ACE-Hemmern behandelt, davon 274 mit zentral wirksamen Substanzen wie Captopril, Fosinopril, Perindopril, Ramipril oder Trandolapril.

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