ASS macht Tests auf Darmkrebs empfindlicher

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HEIDELBERG (ars). Nach einer Studie am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg bessert Acetylsalicylsäure (ASS) die Empfindlichkeit immunologischer Stuhltests. Bisher gab es Bedenken, dass niedrig dosiertes ASS - häufig zur Vorbeugung von Herzinfarkten verordnet - Tests auf verborgenes Blut verfälschen könnte. Denn da es als Hemmstoff der Thrombozytenaggregation Blutungen begünstigt, könnten die Tests auf Blut reagieren, das nicht aus Krebsvorstufen stammt. Allerdings könnten auch die Polypen durch ASS vermehrt bluten - das würde die Detektion fördern.

Professor Hermann Brenner und seine Kollegen untersuchten rund 2000 Menschen nach einer Früherkennungs-Koloskopie mit zwei immunologischen Tests. Zehn Prozent der Teilnehmer nahmen regelmäßig niedrig dosiertes ASS (JAMA 2010; 304: 2513). Die Darmspiegelung ergab keine Unterschiede in der Häufigkeit fortgeschrittener Krebsvorstufen (mit und ohne ASS rund 10 Prozent). Bei den beiden Stuhltests jedoch betrug die Empfindlichkeit mit ASS 71 und 58 Prozent, ohne ASS 36 und 32 Prozent. Falsch-positive Ergebnisse (Spezifität) waren mit ASS kaum häufiger als ohne. Die Forscher spekulieren nun, ASS sogar für diesen Zweck zu nutzen: Patienten vor Stuhltests eine kurzzeitige Einnahme zu verordnen.

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