Alte Hypertoniker brauchen noch mehr Aufmerksamkeit

NEU-ISENBURG (Rö). Gerade bei alten Hypertonikern sollte eher einmal zu oft als zu selten kontrolliert werden, ob die Therapie ausreicht und auch konsequent eingehalten wird. Denn nach neuen Studien wird bei alten Hochdruck-Patienten, die ein hohes Schlaganfall-Risiko haben, der Blutdruck weniger konsequent gesenkt als bei jüngeren.

Veröffentlicht:

Besonders sollte dabei der häufigen isolierten systolischen Form mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, so Professor Martin Middeke vom Blutdruckinstitut in München zur "Ärzte Zeitung". Daß strikte Blutdrucksenkung auch bei über 80jährigen sinnvoll ist, hat eine Datenanalyse bereits 1999 ergeben: Bei Patienten mit einem Blutdruck unter 140 / 90 mmHg traten 34 Prozent weniger Schlaganfälle, 22 Prozent weniger Herzinfarkte und 39 Prozent weniger Herzinsuffizienz-Erkrankungen auf als bei Patienten mit höherem Blutdruck.

Nach aktuellen Studienergebnissen aus Deutschland von der Study of Health in Pomerania (SHIP) in Stralsund und der Studie Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg (KORA, J. Hypert. 24, 2006, 293) ist der Anteil der Hypertoniker mit zu hohem Blutdruck trotz Therapie bei den 65- bis 74jährigen am höchsten. In der SHIP-Studie etwa hatten 43 Prozent der Männer in dieser Altersgruppe, aber nur 17 Prozent der Männer im Alter von 35 bis 44 Jahren einen schlecht eingestellten Blutdruck.

Auch nach US-Daten von 60 000 Hypertonikern aus Kliniken der Veterans Health Adminstration in Bedford/Massachusetts haben weniger als 40 Prozent der über 70- und 80jährigen einen Druck unter 140 / 90 mmHg (AJH 19, 2006, 520).

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Weniger Herzerkrankungen seit 2017

Zahlen bei KHK sind rückläufig

I-STAND-Intervention

Weniger Sitzen senkt Blutdruck bei Älteren

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hämatologe gibt Tipps

Krebspatienten impfen: Das gilt es zu beachten

Lesetipps
Die elektronischen Monitoring-Devices könnten gezielt Patienten mit unkontrollierter Erkrankung verordnet werden, um zu messen, ob es bei der Inhalation an der Regelmäßigkeit, der Technik oder an beidem hapert und dann genau da zu schulen, wo es Probleme gibt.

© tadamichi / stock.adobe.com

DGIM-Kongress

So hilfreich können Smart Inhaler bei Asthma oder COPD sein

Am häufigsten wurde nicht-blutiges Erbrechen initial mit einer GI-Blutung verwechselt. Dies betraf 7,2 Prozent der Diagnosen durch die Leitstelle und 6,5 Prozent derer durch Notärzte. An zweiter Stelle mit 4,9 Prozent und 4,6 Prozent folgte galliges Erbrechen oder das Erbrechen von Stuhl aufgrund eines Ileus.

© eddows / stock.adobe.com

Gastrointestinale Blutung

Magen-Darm-Blutungen werden präklinisch oft falsch eingeschätzt