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Anticholinergikum verringert COPD-Notfälle

MINNEAPOLIS (ner). Die Therapie mit dem lang wirksamen Anticholinergikum Tiotropiumbromid reduziert bei Patienten mit COPD signifikant die Exazerbationsrate. Das Medikament senkt außerdem die Zahl von Notfall-Behandlungen und stationären Einweisungen.

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In einer randomisierten Doppelblindstudie wurde untersucht, ob Tiotropium die Exazerbationsrate bei COPD senken und die damit verbundene Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe reduzieren kann. Dazu inhalierten mehr als 1800 männliche Patienten sechs Monate lang einmal täglich das lang wirksame Anticholinergikum Tiotropium (Spiriva®) oder Placebo.

Alle Studienteilnehmer hatten eine mittelgradige bis schwere COPD, die Einsekundenkapazität FEV1 betrug durchschnittlich 36 Prozent. Fast alle Patienten waren auf Beta-Agonisten eingestellt, 60 Prozent zudem auf inhalierbare Kortikosteroide, jeder zehnte Patient erhielt Methylxanthin und systemische Kortikosteroide. Dies berichten Dr. Dennis E. Niewoehner und seine Kollegen aus Minneapolis (Ann Intern Med 143, 2005, 317).

    Exazerbationen treten durch die Behandlung verzögert auf.
   

Nach einem halben Jahr war in der Tiotropium-Gruppe die Zahl der Exazerbationen signifikant geringer als in der Placebo-Gruppe: 27,9 Prozent der Patienten mit Tiotropium hatten in dieser Zeit eine oder mehrere Exazerbationen.

Mit Placebo lag die Exazerbationsrate dagegen bei 32,3 Prozent. Sieben Prozent der Teilnehmer in der Verumgruppe mußten wegen Exazerbationen in dem Zeitraum stationär behandelt werden, jedoch 9,5 Prozent unter Placebo - dieser Unterschied lag knapp unterhalb des Signifikanzniveaus.

Weitere Analysen ergaben eine verlängerte Zeit bis zum Auftreten der ersten Exazerbation, eine geringere Zahl von Notfall-Behandlungen und weniger Tage mit Antibiotikabehandlung zugunsten des Anticholinergikums. Und das jeweils mit signifikantem Vorteil für das Verum.

Niewoehner und seine Kollegen weisen auf die erheblichen gesundheitsökonomischen Vorteile hin: In den USA werden 70 Prozent der Therapiekosten von COPD-Patienten durch Klinikaufenthalte verursacht.

Als Grund für die geringeren Exazerbationen und Notfall-Behandlungen geben die Forscher an: Die verstärkte Bronchodilatation könnte die Selbstreinigungseffekte der Lunge verbessern. Möglich seien aber auch Effekte auf die Schleimproduktion und auf Entzündungsvorgänge.

Es könne aber auch einfach die insgesamt verminderte Dyspnoe die Ursache sein. Dadurch würden die Patienten eher in die Lage versetzt, bei einer Exazerbation zusätzlich mit kurzwirksamen Bronchodilatatoren selbst zu behandeln.

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