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Antiemetika sind wichtiger Teil der Chemotherapie bei Krebs

LEIPZIG (scho). Werden Antiemetika in der Krebstherapie optimal genutzt, lässt sich bei über 80 Prozent der Patienten ein Zytostatika-induziertes Erbrechen verhindern.

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In einer Studie wurden über 5000 Krebspatienten zu ihrer Therapiezufriedenheit befragt. Ziel war, unerwünschte Folgen der Behandlung zu bewerten. 39 Prozent der Befragten klagten über unerwünschte Wirkungen der Therapie und 30 Prozent über Symptome der Krankheit. Das hat Professor Petra Feyer aus Berlin bei der Tagung der deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) in Leipzig berichtet.

Die Analyse der Daten zu unerwünschten Wirkungen ergab: Mehr als 60 Prozent der Patienten sehen Müdigkeit und Erschöpfung sowie 51 Prozent Übelkeit als Problem im Krankheitsverlauf. Viele Ärzte seien der Meinung, die Supportivtherapie zu beherrschen, so Feyer bei einer von dem Unternehmen cell pharm unterstützten Veranstaltung. Doch könnten Leitlinien dazu noch intensiver umgesetzt werden.

Auch Dr. Karin Jordan von der Uniklinik Halle-Wittenberg bestätigte dies am Beispiel der Zytostatika-Therapie: "Eine adäquate Prophylaxe bei hoch emetogenen Therapien erhalten erst weniger als die Hälfte der Patienten. Auch bei moderat emetogenen Therapien besteht weiterer Handlungsbedarf."

Gerade das verzögerte Erbrechen, das erst nach 24 Stunden auftrete, werde oft unterschätzt, so Jordan. Hier habe sich der NK1-Rezeptor-Antagonist Aprepitant als sehr effektiv erwiesen. Außerdem seien 5-HT3-Rezeptorantagonisten wie Ondansetron (vom Unternehmen als cellondan® angeboten) aus der Therapie und Prophylaxe des Chemotherapie-induzierten Erbrechens nicht mehr wegzudenken.

Internationalen Leitlinien zufolge soll vor einer hoch emetogenen Therapie eine Dreifachkombination aus einem 5-HT3-Antagonisten, Dexamethason und Aprepitant verabreicht werden. Bei moderatem Emesisrisiko wird eine Zweifachkombination mit einem 5-HT3-Antagonisten und Dexamethason empfohlen. Für eine solche leitliniengerechte Prophylaxe gilt: Das Chemotherapie-induzierte Erbrechen kann bei ungefähr 80 Prozent der Patienten verhindert und die Lebensqualität erheblich verbessert werden, so Jordan.

Leitlinien zur Supportivtherapie gibt es unter www.onkosupport.de und unter www.mascc.org



STICHWORT

NK1-Rezeptorantagonisten

NK1-Rezeptoren (Neurokinin-1-Rezeptoren) finden sich im emetischen Zentrum des Hirnstamms sowie im Magen-Darm-Trakt. Substanzen, die diesen Rezeptor blockieren, verhindern wirkungsvoll das Erbrechen. Aprepitant ist die erste Substanz dieser Klasse, die für die allgemeine Anwendung zur Verfügung steht. (scho)

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