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Antikonvulsivum punktet bei Angst-Patienten

MANNHEIM (djb). Bei Angststörungen wurden bislang vorwiegend Benzodiazepine und Antidepressiva angewendet. Das kürzlich bei generalisierten Angststörungen zugelassene Antikonvulsivum Pregabalin wirkt ähnlich gut wie diese Substanzen, hat aber weniger unerwünschte Wirkungen.

Veröffentlicht:

Darauf hat Professor Hans-Peter Volz aus Werneck beim Neurologie-Kongreß in Mannheim hingewiesen. So wirke Pregabalin (Lyrica®) etwa im Vergleich zu dem Benzodiazepin Alprazolam schnell und anhaltend anxiolytisch. Das hätten Daten einer vierwöchigen Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie mit über 400 Patienten belegt, sagte Volz bei einer von Pfizer unterstützten Veranstaltung in Mannheim.

Der Wert auf der Hamilton-Angst-Skala (HAMA, maximal 56 Punkte bei schwerster Angst) ging mit Pregabalin ausgehend von 25 Punkten um etwa 12 Punkte zurück, mit Alprazolam um knapp 11 und mit Placebo um 8,4 Punkte. Bereits in der ersten Woche waren die psychischen Angstsymptome sowohl mit Pregabalin als auch mit Alprazolam signifikant gegenüber Placebo zurückgegangen. Auch somatische Symptome wie Muskelverspannungen gingen unter Pregabalin signifikant zurück, nicht jedoch mit dem Benzodiazepin.

Die höchste Ansprechrate war als mindestens 50prozentige Reduktion auf der HAMA-Skala definiert. Sie wurde mit 300 mg Pregabalin täglich bei 61 Prozent der Patienten erzielt. Mit Alprazolam (1,5 mg pro Tag) lag die Rate bei 43 Prozent, mit Placebo bei 34 Prozent. Auf psychomotorische und kognitive Funktionen hatte Pregabalin keine negativen Einflüsse, sagte Volz.



STICHWORT

Hamilton-Angst-Skala (HAMA)

Erhebung: Etwa 15 Minuten dauerndes Interview, in dem vom Patienten 14 Kriterien auf einer Skala von "nicht vorhanden" (0) bis "sehr stark" (4) bewertet werden.

Kriterien der HAMA: Ängstliche Stimmung, Spannung, Furcht, Schlaflosigkeit, Intellektueller Leistungsverlust, depressive Stimmung, körperlich-muskuläre Symptome, körperlich-sensorische Symptome, kardiovaskuläre, respiratorische, gastro-intestinale, uro-genitale, neurovegetative Symptome, Verhalten beim Interview.

Anwendungsgebiet: Diagnostik von Angststörungen sowie Verlaufsbeschreibung.

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