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Kommentar – Schizophrenie

Antipsychotika reichen nicht!

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Psychosekranke sterben in Europa etwa 15 Jahre früher als die übrige Bevölkerung. In den USA liegt der Unterschied sogar bei 30 Jahren, und das dürfte nicht nur an einer unzureichenden medizinischen Versorgung liegen: Schizophreniekranke rauchen viel und konsumieren oft illegale Drogen, auch werden sie gehäuft Opfer von Gewalttaten, all das ist gut bekannt.

Relativ neu ist aber die Erkenntnis einer gestörten Glukosehomöostase bereits zum Krankheitsbeginn. Es gibt plausible Erklärungen, weshalb ein erhöhtes Diabetes- und Schizophrenierisiko Hand in Hand gehen. Möglicherweise bedingt auch nur die Psychose den ungesunden Lebensstil.

Für den Umgang mit den Betroffenen ist das jedoch irrelevant, hier gilt es, das kardiometabolische Risiko im Auge zu behalten: Denn Schizophreniekranke sterben nicht primär an den Folgen ihrer Wahnvorstellungen, sondern an Herzinfarkten und Schlaganfällen.

Antipsychotika zu verordnen reicht daher nicht, der Blick auf die Blutfett-, Blutzucker- und Blutdruckwerte ist ebenso wichtig. Auch eine Änderung des Lebenswandels ist wünschenswert, vor allem ein Tabakverzicht könnte viel Lebenszeit bringen. Schaffen es Ärzte, den Patienten Entwöhnungsprogramme schmackhaft zu machen, ist schon viel erreicht.

Lesen Sie dazu auch: Schizophrenie: Lösen Psychosen Diabetes aus?

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