Schizophrenie

Antipsychotikum mit neuer Galenik und wenigen Wechselwirkungen

BERLIN (gvg). Mit dem Antipsychotikum Paliperidon ER haben Ärzte für die Therapie von Patienten mit Schizophrenie bald eine neue Behandlungsoption. Die in den USA bereits zugelassene Substanz dürfte in Europa im dritten Quartal 2007 zur Verfügung stehen.

Veröffentlicht: 07.05.2007, 08:00 Uhr

Bei Paliperidon ER handele es sich um den Vertreter einer neuen Substanzklasse, mit dem einige Probleme vieler Therapien bei Schizophrenie besser in den Griff zu kriegen seien, sagte Dr. Jörg Czekalla vom Unternehmen Janssen-Cilag. So werde die Substanz nicht in größerem Umfang in der Leber verstoffwechselt. Dadurch verringere sich die Gefahr von Arzneimittel-Interaktionen.

Vorteilhaft sei auch die Galenik von Paliperidon ER. ER steht für "extended release", also langsame Freisetzung. Dies wird durch die OROS-Technik erreicht, die das Unternehmen auch bei dem ADHS-Präparat Methylphenidat (Concerta®) verwendet. "Das Medikament flutet dadurch gleichmäßiger an", so Czekalla auf einer Veranstaltung des Unternehmens in Berlin.

Dass das klinische Relevanz hat, habe sich in den Studien gezeigt, die in den USA Ende 2007 zur Zulassung des Präparats führten. Extrapyramidal-motorische Wirkungen, ein häufiges Problem bei der Therapie mit Antipsychotika, traten bei Behandlung mit Paliperidon ER seltener auf als mit anderen Antipsychotika.

Als günstig wertet Czekalla auch, dass Paliperdion ER in den Studien die selbst eingeschätzte soziale Funktionsfähigkeit weniger stark beeinträchtigt hatte als die Vergleichspräparate. Auch komme es seltener als bei anderen Präparaten zu einer unerwünschten Gewichtszunahme. Dies könne die Compliance verbessern und damit die Chancen auf eine erfolgreiche Langzeittherapie erhöhen, so Czekalla.

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