Aortenklappenersatz nun auch am schlagenden Herzen möglich

FRANFURT / MAIN (cin). Aortenklappenersatz bedeutete für Patienten bisher immer Herzoperation plus Herz-Lungen-Maschine. Kardiochirurgen und Kardiologen der Uni Frankfurt/Main haben nun erfolgreich ein minimal-invasives Verfahren am schlagenden Herzen in einer Studie getestet.

Veröffentlicht:

"Damit haben wir eine Methode generiert, die das Beste aus beiden Fachbereichen enthält und für Patienten das Op-Risiko reduziert", sagte der Frankfurter Kardiologe Professor Volker Schächinger. Mit dem neuen Verfahren kann auf zwei Wegen die Aortenklappe erreicht werden: Zum einen wie beim Herzkatheter transfemoral über die Arteria femoralis. Zum anderen transapikal durch die Herzspitze. "Dabei wird im fünften Interkostalraum ein etwa sieben Zentimeter langer Schnitt vorgenommen", sagte Professor Gerhard Wimmer-Greinecker bei einer Veranstaltung der Uni Frankfurt.

Bei beiden Methoden wird ein Katheter bis zur Aortenklappe vorgeschoben. Beim transfemoralen Zugang über den Aortenbogen bis in die linke Herzkammer. Beim transapikalen Zugang wird die Herzspitze freigelegt, inzidiert und der Katheter bis in die Aorta vorgeschoben.

Anschließend wird der Ballon des Katheters in Höhe der degenerierten Klappe positioniert und dilatiert. Nach der Prozedur wird die Prothese, ein Herzklappenstent aus rostfreiem Edelstahl, unter echo- und angiografischer Kontrolle in der Position der Herzklappe gebracht. Der Ballon mit der Prothese wird aufgedehnt und ersetzt die alte Klappe. "Wenn kein Blut ins Herz zurückfließt, ist die Klappe richtig positioniert", erläuterte Wimmer-Greinecker.

Mehr als 20 Patienten haben mittlerweile in Frankfurt mit dem minimalinvasiven Verfahren eine neue Klappe erhalten - weltweit etwa 100. Zwar gebe es noch keine Langzeitergebnisse, doch sei die Sterberate während der Op signifikant niedriger als bei herkömmlichen Verfahren, so der Herzchirurg. Die Patienten könnten meist schon am Tag nach Op auf die Normalstation zurück. Und: Das Verfahren sei auch für die Patienten eine Option, die aufgrund ihrer Risikofaktoren wie Alter oder Hypertonus nicht operiert werden könnten.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© DG FotoStock / shutterstock

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Herz mit aufgemalter Spritze neben Arm

© Ratana21 / shutterstock

Studie im Fokus

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Prävention durch Influenzaimpfung?

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© skynesher | E+ | Geytty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Kardiologie und Hausärzteschaft im Dialog

© Springer Medizin Verlag

Kardiologie und Hausärzteschaft im Dialog

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Puren Pharma GmbH & Co. KG, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Systematisches Review

Kortikosteroide bei schwerer Pneumonie wahrscheinlich nützlich

Innovative Diabetestherapie

Nicht-peptidische GLP-1-Rezeptoragonisten am Start

Lesetipps
DEGAM, DDG oder DGIM: Je nach Fachgesellschaft finden sich teils leicht voneinander abweichende Empfehlungen.

© mit KI generiert / kirania / stock.adobe.com

Keine einheitlichen Zielkorridore

Typ-2-Diabetes: So stark divergieren die aktuellen Empfehlungen

Eine Frau fässt sich mit den Händen an die Brust

© Art_Photo / stock.adobe.com

Unterschiede der Geschlechter

Herzinfarkte und Ischämie bei Frauen: Was ist wirklich anders?