Direkt zum Inhaltsbereich

Aprepitant erleichtert Patienten die Chemotherapie

WIEN (gvg). Das Antiemetikum Aprepitant kann Krebskranken, die bei ihrem ersten Chemotherapiezyklus mit schwerer Übelkeit und mit Erbrechen reagierten, die Folgezyklen erträglicher machen. Das belegen Anwendungserfahrungen, die auf dem Europäischen Onkologenkongreß in Wien vorgestellt wurden.

Veröffentlicht:

Professor Carsten Bokemeyer von der Universität Tübingen berichtete über eigene Erfahrungen bei 23 Patienten mit unterschiedlichen Chemotherapie-Regimen, die jeweils im ersten Zyklus eine herkömmliche antiemetische Therapie erhalten und darunter massiv erbrochen hatten. In den Folgezyklen wurden diese Patienten auf ein antiemetisches Therapieschema umgestellt, das Aprepitant (Emend®) enthielt, zusätzlich zu Dexamethason und zum Serotonin-Rezeptorantagonisten Granisetron.

Insgesamt liegen bis jetzt Daten von 61 Zyklen vor, wie Bokemeyer auf einer Veranstaltung von MSD berichtete. "Das Ergebnis der Therapieumstellung war in den meisten Fällen sehr positiv", so Bokemeyer. Hatten zuvor drei von vier Patienten über mehr als vier Tage Übelkeit pro Chemotherapiezyklus geklagt, so war es mit Aprepitant nur noch etwa jeder Achte. Noch überzeugender war der Effekt auf den Parameter Erbrechen: "83 Prozent der Patienten hatten im ersten Zyklus mehr als zwei Tage erbrochen. Nach der Umstellung auf das Aprepitant-Schema war das bei keinem einzigen mehr der Fall", so Bokemeyer.

Aprepitant wird von der Internationalen Vereinigung für Supportivtherapien bei Krebs und von der American Society for Clinical Oncology (ASCO) bei Chemotherapien mit hohem Erbrechensrisiko, etwa bei cisplatinhaltigen Therapien, als Prophylaxe in der Firstline-Therapie empfohlen. Neue Daten belegen, daß die Substanz auch bei Chemotherapien mit mittleren Erbrechensrisiko, etwa bei anthrazyklinhaltigen Schemata, hochwirksam ist (wir berichteten).

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Hyperthyreose

Studie: Erhöhtes Brustkrebsrisiko durch Radioiodtherapie?

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hantavirus und Ebolavirus

Was Patienten brauchen, die Sorge vor einem neuen Virusausbruch haben

Motivierende Gesprächsführung

Wie motiviere ich Patienten mit Depression zu Sport?

Lesetipps
Ein Stapel mit vielen Büchern

© Frank Rumpenhorst/dpa

State-of-the-Art

Was in den Praxisempfehlungen und Leitlinien der DDG neu ist

Blick über die Schulter eines Trompeters, der ein Konzert spielt.

© Kitreel / Stock.adobe.com

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte