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Arthrose - ein Gesellschaftsproblem

KÖLN (nsi). In Deutschland wird wie auch in anderen Ländern Europas die Zahl der Menschen, die an Arthrose erkrankt sind, erheblich zunehmen. 90 Prozent der Menschen über 65 Jahre haben einen arthrotischen Gelenkverschleiß. Im Jahr 2030 aber werden 36 Prozent der Bevölkerung älter als 65 Jahre sein.

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Nicht einfach: mit Arthrose-geschädigten Fingern ein Glas zu halten.

Nicht einfach: mit Arthrose-geschädigten Fingern ein Glas zu halten.

© Foto: slp

In einer Gesellschaft, die mehr und mehr unter Arthrose leidet, seien nachdrückliche Anstrengungen bei Vorsorge und Behandlung notwendig, sagte Professor Joachim Grifka aus Regensburg bei einem Orthopädie-Kongress in Köln.

Auch jüngere Menschen erkranken zunehmend, vor allem infolge von Übergewicht oder nach Sportverletzungen. So haben nach Angaben von Grifka derzeit ungefähr 15 Millionen Menschen in Deutschland behandlungsbedürftige Arthrosebeschwerden, die gesetzlichen Krankenkassen gäben dafür jährlich etwa 2,6 Milliarden Euro aus.

In der Europäischen Union insgesamt schlage das Krankheitsbild mit 14,7 Milliarden Euro jährlich zu Buche. Erforderlich sei deutlich mehr Vorsorge unter dem Motto "viel bewegen, wenig belasten".

Das sei zum Beispiel zu erreichen durch Heimtrainer, Fahrradfahren oder spezielle Übungsprogramme wie Knieschulungen, die die Muskulatur stärken. Joggen sei für Menschen mit Gewichtsproblemen eher ungünstig: Die Spitzenbelastungen im Knie betrügen beim Laufen das Dreifache des Körpergewichts, in der Hüfte das 2,7-fache. Beim Stolpern - vor allem ein Problem bei Gangunsicherheiten - lägen die Spitzenbelastungen im Knie beim Siebenfachen des Körpergewichts.

Ungefähr 368 000 Patienten würden jährlich in Deutschland stationär wegen Arthrosebeschwerden behandelt, im Jahr 2007 wurden etwa 155 000 Knieprothesen eingesetzt, davon 134 000 beidseitig, 9000 unilateral und 12 000 als Revision. 180 000 Hüftendoprothesen wurden primär eingepflanzt plus 7500 als Revision. Hinzu kämen der endoprothetische Ersatz von Schultergelenken (9250) und Sprunggelenken (1250).

Wie man einer Arthrose vorbeugt

Das sollten Patienten wissen:

  • Übergewicht abbauen: Gelenke tragen die Pfunde mit
  • Fehlbelastungen, etwa durch unterschiedliche Beinlängen, sind zu vermeiden
  • Gelenkschonend sind Radfahren, Schwimmen, Gymnastik, Skilanglauf, Aquajogging
  • Sportarten mit Stößen und Sprüngen wie Tennis, Squash oder Joggen sind bei Arthrose weniger geeignet
  • Eine Kost mit viel Fisch und Gemüse könnte günstig sein
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