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Atypika erhöhen Compliance bei Schizophrenie

BERLIN (ugr). Der größte Risikofaktor für Rezidive, Rehospitalisierungen und Suizide bei Patienten mit Schizophrenie ist bekanntlich die mangelnde Therapietreue. Wer sozial aktiv ist und atypische Neuroleptika nimmt, bleibt in der Regel länger bei seiner Arzneitherapie.

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Jeder zweite Patient mit Schizophrenie setzt innerhalb von sechs Monaten seine Arzneimitteltherapie eigenmächtig aus; und bei zehn Prozent kommt es in der Folge zu Suizid-Versuchen. "Jeder Rückfall verlängert die Zeit bis zur Remission und senkt die Wahrscheinlichkeit, wieder ganz gesund zu werden", hat der Psychiater Professor Dieter Naber von der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf berichtet.

Der Kollege erinnerte daran, dass mit guter Therapietreue bei 75 Prozent der Patienten eine dauerhafte Remission erzielt wird; jeder Rückfall senkt diese Rate jedoch um etwa zehn Prozent. "Vor allem junge Menschen sind von begrenzter Erkrankungs- und Therapie-Einsicht. Es ist einem 17- oder 18-jährigen Jugendlichen kaum zu vermitteln, dass er nach einer ersten Schizophrenie-Episode ein bis zwei Jahre lang Medikamente nehmen sollte", sagte Naber auf einer Veranstaltung des Unternehmens Lilly beim DGPPN-Kongress in Berlin.

Der Abbruch der medikamentösen Therapie sei jedoch der wichtigste Prädiktor für einen Rückfall. Verhindern lasse sich ein Rezidiv zum Beispiel durch eine effektive, nebenwirkungsarme Pharmakotherapie. So könne eine quälende Sitzunruhe (Akathisie), von der drei bis zehn Prozent der Patienten zu Behandlungsbeginn betroffen sind, durch eine niedrigere Dosierung oder einen Wechsel der Medikation - eventuell kombiniert mit einer kurzzeitigen Benzodiazepin-Therapie - beseitigt werden. Auch begleitende, nicht-pharmakologische Maßnahmen wie Psychotherapie und Psychoedukation könnten hilfreich sein und zu einer Verbesserung der Therapietreue führen, sagte Naber.

In der SOHO-Studie mit knapp 11 000 Teilnehmern war die Abbruchrate niedriger als üblich. Hier setzten 42 Prozent der Patienten innerhalb der 36-monatigen Studiendauer ihre initial verordnete Therapie mit Antipsychotika ab. Patienten brachen die Therapie schneller ab, wenn

  • sie zu Beginn der Studie stärker ausgeprägte Symptome hatten (gemessen mit dem Clinical Global Impression-Score),
  • gleichzeitig Stimmungsstabilisierer nahmen,
  • sie feindseliges Verhalten in den sechs Monaten vor der Eingangsuntersuchung gezeigt hatten,
  • Substanzmissbrauch vorlag. Erhöhter Alkohol- und Drogenkonsum führe mit sehr großer Wahrscheinlichkeit zum Therapieabbruch, sagte Naber.

Dagegen verbesserte sich die Therapietreue, wenn die Patienten sozial aktiv waren, seit der ersten Behandlung bereits längere Zeit vergangen war und wenn sie mit atypischen Neuroleptika wie Olanzapin (Zyprexa®) behandelt wurden.

SOHO: Schizophrenia Outpatient Health Outcomes

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