Atypisches Neuroleptikum fördert die Kognition

HAMBURG (grue). Das Antipsychotikum Aripiprazol (Abilify®) ist in Deutschland seit knapp zwei Jahren zur Schizophrenie-Therapie auf dem Markt. Das Medikament eignet sich für die Akut- und Langzeittherapie und kann auch gut mit anderen Substanzen kombiniert werden.

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Das atypische Neuroleptikum unterscheidet sich von anderen Vertretern der Substanzklasse durch seinen Wirkmechanismus: Es mindert die übermäßige Aktivität in der mesolimbischen Dopamin-Bahn. Diese Überaktivität verursacht Positivsymptome der Schizophrenie, zum Beispiel Wahn, Agitiertheit und Aggressivität.

Zugleich steigert das Arzneimittel die Dopaminaktivität im mesokortikalen System. Dadurch vermindere sie Negativsymptome wie Apathie und kognitive Einschränkungen, sagte Diplom-Psychologe Ulrich Laschefski vom Klinikum Emden.

    Bei Bedarf kann zusätzlich sediert werden.
   

Das gelte besonders für Patienten mit kognitiven Defiziten, denn: Aripiprazol wirkt nicht sedierend. Es scheine aufgrund seiner zusätzlichen, partiell-agonistischen Aktivität am 5-HT1A-Serotoninrezeptor die Kognition sogar explizit zu fördern, sagte Laschefski auf einer Veranstaltung des Unternehmens Bristol-Myers Squibb in Hamburg.

In der Langzeit-Therapie habe sich die Behandlung mit täglich 15 mg Aripiprazol bewährt. Bei einem Therapiewechsel auf den Wirkstoff sollten die Patienten über einen Zeitraum von mehreren Monaten auf das neue Medikament umgestellt werden. Dabei wird das vorherige Antipsychotikum zunächst für mindestens zwei Wochen überlappend in voller Dosierung eingenommen.

Aripiprazol könne bei Bedarf auch mit sedierend wirkenden Substanzen kombiniert werden, so der Psychologe. Laschefski, der mit der Substanz in klinischen Studien viel Erfahrung gesammelt hat, wies außerdem auf die gute Verträglichkeit des Wirkstoffes hin.

Es gebe langfristig keine Gewichtszunahme, und der Prolaktin-Spiegel bleibe stabil.



STICHWORT

Schizophrenie

Die Inzidenz der Schizophrenie liegt bei 0,03 bis 0,06 Prozent der Bevölkerung. Frauen erkranken etwas häufiger als Männer und später. Der Häufigkeitsgipfel bei Frauen liegt zwischen 25 und 34 Jahren. Bei Männern liegt der Häufigkeitsgipfel zwischen 15 und 24 Jahren. Zwei Prozent aller Erkrankungen kommen bereits in der Kindheit vor. Die Ätiologie der Erkrankung ist weiterhin nicht geklärt. Prognostisch günstig sind ein akuter Beginn und der Nachweis eines auslösenden Ereignisses.

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